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CD-Besprechung

Contzen | Bredohl

Sonaten

Contzen | Bredohl

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 09.04.13

Klassik Heute
Empfehlung

Classicclips CLCL 122

1 CD • 61min • 2012

Mirijam Contzen und Tobias Bredohl kennen sich seit Kindheitstagen. Möglicherweise ist dies mit ein Grund dafür, dass sich ihr gemeinsames Musizieren vom ersten bis zum letzten Ton dieser CD als ein zutiefst inniger und somit durchweg spannungsvoller Dialog erweist. Verantwortlich dafür sind aber wohl in erster Linie die hier vorgelegten Werke, die eben genau diese Fähigkeit den Interpreten abverlangen; eine Fähigkeit, ohne die die tief- bis abgründigen Klang- und Ausdruckswelten der Sonaten von Paul Hindemith und dem 1959 geborenen Stefan Heucke unentdeckt bleiben würden. Jeweils eng miteinander verzahnt sind der Violin- und Klavierpart in jeder Beziehung, von der motivisch-thematischen Arbeit bis hin zur klanglichen und dynamischen Ausformung. Wie entsprechend eng miteinander verwoben das Spiel der Geigerin und ihres Klavierpartners ist, lässt sich kaum besser als in Stefan Heuckes I. Sonate für Violine und Klavier op. 38, A.F. zum Gedenken nachverfolgen. In diesem düsteren, einem toten Freund gewidmeten Werk aus dem Jahr 2000 treffen auf- und verschmelzen miteinander Tradition und Moderne, Spätromantisches und Serielles, volkstümliche Züge und emotionale Entladungen von beinahe diabolischem Einschlag. Und innerhalb dieser aufgewühlten Atmosphäre zwischen gesanglichen Themen, stürmisch vorwärts treibender Bewegung und virtuosen Ausbrüchen agieren Contzen und Bredohl nicht nur als gleichberechtigte Partner, sondern als ein in sich geschlossener und gestalterisch höchst wandlungsfähiger Klangkörper, der schließlich den dreiteiligen großen Variationssatz über das Brahms-Lied „Da unten im Tale" Dank eines sehr subtilen Spiels mit Ritardandi und Accelerandi zu einem fesselnden Hörerlebnis werden lässt. Freundlicher, geradezu romantisch, ja besonders im federnden Scherzo voller Violin-Pizzicati und flüchtiger Klavierfiguren fast schon heiter gibt sich dagegen Heuckes II. Sonata per Violino e Pianoforte op. 58, dedicato a Nivaldo Vicente Dos Santos (2009), die nicht nur im Adagio amoroso des Finales mit sehr liedhaften Momenten inmitten zahlreicher virtuoser Höhepunkte für sich einnimmt.

Die beiden Hindemith-Werke, die Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op. 11 Nr. 1 (1918) und die Sonate in E für Geige und Klavier (1935) zeugen mit ihren lyrischen Passagen, expressiven Brüchen und mit ihrer oftmals schwebenden Harmonik samt mancher atonaler Überraschungen von einem großen Ausdruckswillen des Komponisten, bewegen sich jedoch spürbar in kontrollierteren Bahnen als die Heucke-Schöpfungen. Mirijam Contzens und Tobias Bredohls unglaublich fantasievolle Herangehensweise – und das ist das wirklich Besondere an dieser Produktion – entlockt den Hindemith-Sonaten aber solch raffinierte Klangschattierungen und Ausdrucksnuancen, wodurch Paul Hindemith und Stefan Heucke atmosphärisch dann doch sehr eng zusammenrücken.

Christof Jetzschke [09.04.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Hindemith Sonate Es-Dur op. 11 Nr. 1 für Violine und Klavier 00:08:45
3 S. Heucke Sonate op. 58 für Violine und Klavier (dedicato a Nivaldo Vicente Dos Santos) 00:21:06
6 Sonate in E für Geige und Klavier E-Dur 00:09:48
8 Sonate Nr. 1 op. 38 für Violine und Klavier (A. F. zum Gedenken) 00:20:52

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Miriam Contzen Violine
Tobias Bredohl Klavier
 
CLCL 122;42601113461228

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