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CD-Besprechung

Joseph Haydn Complete Symphonies Vol. 18

Joseph Haydn<br />Complete Symphonies Vol. 18

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 30.11.12

hänssler CLASSIC 98.582

1 CD • 68min • 2012

Auch auf Folge 18 ihrer Gesamteinspielung der Sinfonien Joseph Haydns rücken Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker nicht von ihrer von Beginn an eingeschlagenen Gangart ab, die vor allem jederzeit eine glänzende Durchhörbarkeit der jeweiligen Partitur garantiert. Die Präzision und Souveränität, mit denen sie den Sinfonien Nr. 89 F-Dur und 102 B-Dur sowie der Sinfonia Concertante B-Dur (Hob.I:105) zu Leibe rücken, vereinen Detailgenauigkeit und einen wachen Sinn für die großen und sinnstiftenden Zusammenhänge. Dabei punktet die aktuelle Aufnahme erneut mit sauber ausbalancierten Instrumentengruppen, die vorzüglich aufeinander abgestimmt sind – wie auch die Soli und Tutti innerhalb der Sinfonia Concertante. Lustvoll, beweglich und spritzig ist Thomas Feys Herangehensweise, verzichtet größtenteils aber auf die Vehemenz vorangegangener Einspielungen, wenngleich man dann doch plötzlich wieder von dieser überrollt wird, beispielsweise in der Sinfonie Nr. 102 und hier besonders in dem Kehrausfinale mit seinen durcheinander wirbelnden (Kurz-)Motiven. Besonders die insgesamt recht spielerisch wirkende Sinfonie Nr. 89 mit ihrer einnehmenden Leichtigkeit, mit ihrem reizvoll federnden Kopfsatz, ihrem sanft wiegenden Siciliano-Andante inklusive dem leidenschaftlichen Mollzwischenteil, ihrem ein wenig nüchtern daherkommenden Menuett und ihrem eingängigen Rondofinale hätte für meinen Geschmack einen etwas energischeren Zugriff gut vertragen. Dass dieses Werk nicht den für Haydn so typischen Reichtum an Farben und Überraschungen, an intellektuellen Schachzügen aufbietet, ist hinlänglich bekannt. Wer die F-Dur-Sinfonie deswegen aber als wenig gehaltvoll abqualifiziert, sollte sich erst einmal die vorliegende Aufnahme anhören; vielleicht kommt er dann zu einem anderen Urteil.

Wie bezwingend die Heidelberger unter der Stabführung Thomas Feys das Spielfreudige und Vitale ebenso beherrschen, wie das Lyrische, Elegante und Dramatische, davon zeugen die Einspielungen der Sinfonie Nr. 102 und der einem musikalischen Lustspiel voller geistreicher Dialoge gleichenden Sinfonia Conertante (letztere übrigens mit einem über jegliche Kritik erhabenen Solistenquartett). Und doch fehlt mir bei der gesamten Aufnahme etwas ganz Wesentliches, etwas, was sich Thomas Fey ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat (man lese seine Einführung im CD-Beiheft): Die Beredsamkeit der Tonsprache Haydns, insbesondere die kontrastierenden Affekte werden nicht so sehr herausgearbeitet als vielmehr dem Effekt geopfert. Dazu tragen auch die diskussionswürdigen Tempi bei, vor allem die bisweilen fragwürdige Tempobehandlung in Sachen accelerando und rallentando. Trotzdem: eine hörenswerte Haydn-Produktion.

Christof Jetzschke [30.11.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Sinfonie Nr. 89 F-Dur Hob. I:89 (1787) 00:24:11
5 Sinfonie Nr. 102 B-Dur Hob. I:102 00:23:28
9 Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105 00:20:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Heidelberger Sinfoniker Orchester
Thomas Fey Dirigent
 
98.582;4010276022244

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