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CD-Besprechung

C.Ph.E. Bach The Solo Keyboard Music Vol. 25 Sonatas from 1740-47

C.Ph.E. Bach<br />The Solo Keyboard Music Vol. 25<br />Sonatas from 1740-47

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 19.11.12

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BIS 1819

1 CD • 79min • 2011

Es passt sehr schön zu den Ingredienzien dieses umfangreichen Barock-Menüs, wenn etwa Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate in f-Moll Wq 62/2 aus dem Jahr 1744 im „Musikalischen Allerley von verschiedenen Tonkünstlern" veröffentlicht wurde. Es handelt sich in der Tat (und in so gut wie allen Taten) um eine Sammlung von „allerley" Delikatessen der galanten, reich verzierten klanglichen Süßigkeiten und Pikanterien. Kurzum: diese 25. Folge mit Sonaten aus dem Zeitraum zwischen 1740 und 1747 ist so etwas wie eine Bonbonbiere mit Spieldosencharakter, wobei der ungarische Klavierist Miklós Spányi nichts unversucht lässt, den Mechanismen der notierten Musikanleitungen Leben einzuhauchen. Meines Erachtens erreicht dieser ungemein fleißige, dem Schaffen des Bach-Sohnes bis in die letzten Winkel nachspürende Interpret auf dem eher tragbaren als tragfähigen Klangkörper Clavichord ein Mehrfaches an vitaler Linienführung und harmonischer Erregung als auf dem Cembalo, wie es in seinen Einspielungen der konzertanten Stücke verwendet wird.

Interessant für den Hörer, vor allem aber für den Liebhaber dieser kunstvollen Serienproduktion, sind die im Begleitheft zur Verfügung gestellten Informationen, was die Veröffentlichungspraktiken, das Abschriftenwesen und natürlich die stilistische Vielfalt dieser stets dreisätzigen, jeweils rund 15 Minuten in Anspruch nehmenden Formate anbelangt. Fast möchte man meinen, es werde aufregender über die Stücke referiert als es ihre musikantische Verwirklichung bestätigen könnte. Aber Spányi gelingt es hier, den feinfühligen, mit wirklich gespitzten Ohren lauschenden Clavichord-Freund in eine intime Welt der vornehmen Bewegtheit, der melodischen Diskretion, des klanglich eleganten Faltenwurfs und der großzügigen Ausschmückung zu entführen. Sorgsam unterscheidet er zwischen den hervorzuhebenden Oberstimmen und den nur als Unterlage angezeigten Figuren der linken Hand. Er nutzt freilich auch die Möglichkeiten, diese Linke wirkungsvoll ins Spiel zu bringen, wenn etwa im Spirituoso e staccato-Finale der f-Moll-Sonate (Wq 62/6) die Gewichte leicht, aber doch unverkennbar nach unten verschoben sind.

Von den zahlreichen mir verfügbaren Einspielungen dieses Bach-Projektes ist mir diese die Liebste. Sie enthält eine Menge artiger, zärtlicher, sittsam-erregter und im Taschen-Format auch dramatischer Musik – und sie zeigt, wie mir scheint – Miklós Spányi auf der Höhe dieser Aufgabe.

Peter Cossé † [19.11.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.Ph.E. Bach Klaviersonate D-Dur Wq 65:14 00:15:20
4 Klaviersonate G-Dur Wq 65/12 H 23 00:13:29
7 Klaviersonate f-Moll Wq 62/6 H 40 00:17:41
10 Klaviersonate F-Dur Wq 65/21 H 52 00:16:15
13 Klaviersonate C-Dur Wq 62/7 H 41 00:14:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Miklós Spányi Clavichord
 
1819;7318590018194

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