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CD-Besprechung

cpo 777 744-2

1 CD • 62min • 2011

17.07.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Der 1860 in Schlesien geborene, in der damals noch selbständigen Stadt Altona vor den Toren Hamburgs als Chordirigent, Organist und Begründer der städtischen Volks- und Sinfoniekonzerte tätige Brahms-Nachfolger Felix Woyrsch gehörte zu einer Reihe von Komponisten, die die Tradition der klassisch-romantischen Sinfonie ins 20. Jahrhundert überführten. Als Komponist war er weitgehend Autodidakt und erwarb sich sein handwerkliches Rüstzeug durch Studium der Meister der Vergangenheit von Palestrina bis Wagner und Berlioz, wobei er eine durchaus eigenständige Tonsprache entwickelte, die sich durch konzentrierte thematische Arbeit, kontrapunktische Dichte und erweiterte Harmonik auszeichnet. Dazu hatte das deutsche Volkslied unverkennbar Einfluss auf Woyrschs thematische Erfindung – in der vorliegenden zweiten seiner sechs Sinfonien am deutlichsten im „Einfach und schlicht" überschriebenen Variationen-Satz, der die Stelle des Scherzos einnimmt. Der tief empfundene langsame Satz wartet mit einer geradezu brucknerischen Steigerung auf, während die lebhaft vorwärts drängenden Ecksätze einen wirkungsvollen Rahmen bilden.

Der große Erfolg der Uraufführung der Sinfonie im Jahr 1914 wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verdrängt. Nach dem Krieg rückte die damalige Moderne mit Schönberg und Hindemith in den Mittelpunkt des Interesses und Woyrschs Schaffen verlor an Beachtung, obwohl noch vier weitere Sinfonien und einige bemerkenswerte Kammermusikwerke folgten.

Im deutlichen Kontrast zu der lebendig-frischen, brillant instrumentierten C-Dur-Sinfonie steht die düster eingefärbte Hamlet-Ouvertüre, die mit Bassklarinette und Kontrafagott nächtliche Visionen beschwört und nach dramatischen Episoden in einen wuchtigen Trauermarsch mündet.

Das tüchtige Oldenburgische Staatsorchester unter seinem musikalischen Oberleiter Thomas Dorsch hat das Werk gründlich erarbeitet und bietet eine insgesamt gelungene Wiedergabe, die nur gelegentlich unter der Dominanz der Blechbläser gegenüber dem etwas dünn wirkenden Streicherapparat leidet. Auf die Fortsetzung der Reihe darf man gespannt sein.

Sixtus König † [17.07.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Woyrsch
1Ouvertüre zu Shakespeares Hamlet op. 56 00:13:29
2Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 60 00:48:00

Interpreten der Einspielung

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