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CD-Besprechung

Georg Philipp Telemann

Complete Violin Concertos Vol. 4

Georg Philipp Telemann

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 02.07.12

cpo 777 242-2

1 CD • 62min • 2006

Die Violinkonzerte gehören zum weniger bekannten, aber keineswegs weniger interessanten Teil des riesigen Œuvres von Georg Philipp Telemann. Oft als oberflächlicher Vielschreiber abgetan, belegt gerade seine Instrumentalmusik das hohe Niveau seiner Arbeit und seine wichtige Stellung als Komponist zwischen Barock und dem galanten Stil der Frühklassik. Dieser zeichnet sich durch spielerische Leichtigkeit, Verzicht auf kontrapunktische Überfrachtung, bewusste Ausnutzung instrumentatorischer Reize, einprägsame Melodik und das generelle Streben nach Fasslichkeit und Zugänglichkeit aus.

Bei Telemanns Violinkonzerten handelt es sich nicht um Solo-Konzerte im eigentlichen Sinn nach italienischem Vorbild, sondern der Anlage nach um Ouvertüren-Suiten mit konzertierender Violine. Telemann schrieb diese „Ouvertürenkonzerte" für die Hofkapellen in Dresden und Darmstadt, die mit Johann Georg Pisendel bzw. Johann Gottfried Vogler jeweils hervorragende Konzertmeister in ihren Reihen hatten, die selbst auch Komponisten waren. Das Tutti erhält in den Konzerten G-Dur und g-Moll durch die Einbeziehung von zwei Oboen „colla parte" und Fagott eine charakteristische Färbung, die Solovioline tritt meist im schnellen Mittelteil der französischen Ouvertüre sowie in den folgenden Tanzsätzen hervor, wobei sie sich in virtuosem Passagenwerk und effektvollen Doppelgriffen oder einfühlsamen Kantilenen und reichen Verzierungen ergeht.

Die aus Australien stammende Spezialistin für Barock-Violine Elizabeth Wallfisch bietet an der Spitze des österreichischen L'Orfeo Barockorchesters eine ungemein lebendige Wiedergabe – brillant in den Soli, wendig im Tutti, nach historisierender Manier stellenweise etwas spröde im vibratoarmen Klang und kleingliedrig in der Artikulation, aber immer tänzerisch beschwingt – womit sie genau den Nerv dieser „„galanten" Musik trifft und einmal mehr unterstreicht, welch einfallsreicher und handwerklich souveräner Komponist der zu seinen Lebzeiten weit über Deutschland hinaus gefeierte Telemann war, der heute ganz zu Unrecht völlig im Schatten von Bach und Händel steht.

Sixtus König † [02.07.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.Ph. Telemann Ouvertürenkonzert G-Dur TWV 55:G6 00:18:10
7 Ouvertürenkonzert E-Dur TWV 55:E3 00:17:19
13 Ouvertürenkonzert g-Moll TWV 55:g7 00:25:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
L' Orfeo Barockorchester Orchester
Elizabeth Wallfisch Violine
 
777 242-2;0761203724222

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