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CD-Besprechung

Beaux Arts Trio

Trio Recital

SWRmusic 93.715

1 CD • 53min • 1960

08.05.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das Beaux Arts Trio hat kammermusikalische Maßstäbe gesetzt – über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg, auch in wechselnder Besetzung. Nie zuvor hatte sich eine Klaviertrio-Formation mit solcher Ausschließlichkeit und solcher Kontinuität der Erforschung des Repertoires für diese Besetzung gewidmet. Die Aufnahmen des Beaux Arts Trios – darunter Gesamteinspielungen der Trios von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Brahms– besitzen bis heute Referenzstatus.

Im vorliegenden Livemitschnitt von den Schwetzinger Festspielen 1960 ist das Trio in seiner ursprünglichen Besetzung zu hören – mit dem Geiger Daniel Guilet, der 1968 von Isidore Cohen abgelöst wurde. Guilet, 1899 in Russland geboren, hatte in Paris bei Enescu studiert und zusammen mit Maurice Ravel konzertiert. Von 1944 bis 1954 war er Mitglied von Toscaninis NBC-Orchesters, bis er sich mit dem Cellisten Bernard Greenhouse, einem Casals-Schüler, und dem Pianisten Menahem Pressler zum Triospiel zusammentat. 1955 hatte die Formation ihr Debut in Tanglewood.

Die Schwetzinger Konzertaufzeichnung enthält zwei Eckpfeiler der Klaviertrio-Literatur: das von Sturm und Drang erfüllte H-Dur-Trio op. 8 des zwanzigjährigen Johannes Brahms und das Trio aus dem Jahr 1914 von Maurice Ravel, eines der faszinierendsten Werke für diese Besetzung. Die Beaux Arts-Musiker beweisen damit ihre stilistische Bandbreite und ihr exzellentes Einfühlungsvermögen.

Das Brahms-Trio, das – entgegen der Behauptung von Booklet-Autor Peter Cossé – nicht in der ersten Fassung von 1853/54, sondern in der bekannten, von Brahms selbst überarbeiteten Version von 1891 gespielt wurde, schwelgt in Klang und Emotionen. Ravels raffinierte Formspiele (das Scherzo ist an eine malaysische Gedichtform angelehnt, den langsamen Satz bildet eine Passacaglia), seine irregulären Rhythmen und aparten Harmonien sowie seine subtilen Klangfarben-Mischungen werden gleichermaßen mit Präzision und Sensibilität umgesetzt – eine in hohem Maße authentische Wiedergabe. Die persönliche Bekanntschaft des Geigers mit dem Komponisten hat hier ohne Frage Früchte getragen.

Sixtus König † [08.05.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8 00:28:44
Maurice Ravel
5Klaviertrio a-Moll für Klavier, Violine und Violoncello 00:24:31

Interpreten der Einspielung

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