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CD-Besprechung

J.S. Bach

Classicclips 1 CD CLCL 117

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 14.03.12

Classicclips CLCL 117

1 CD • 77min • 2011

Mit drei ausgreifenden Werken, die durch jeweils verschiedene Bearbeitungsweisen entstanden sind, bringt diese Aufnahme ein interessantes Repertoire: Nur die Suite BWV 997 c-Moll ist, soweit man weiß, ein originales Werk, die Suite BWV 995 g-Moll ist Bachs eigene Bearbeitung seiner fünften Violoncellosonate, und die berühmteste der Violinpartiten, die Nr. 2 in d-Moll, hat der polnische Gitarrist Tomasz Zawierucha selbst arrangiert. In seinem sympathisch ehrlichen Einführungstext berichtet der Gitarrist, dass er sich beim Arrangement unsicher fühlte.

Diese Unsicherheit wäre angesichts der landläufigen Einrichtungspraxis zu Zeiten des Barock sicherlich nicht notwendig gewesen. Doch durch seine Vorsicht ist Zawierucha tatsächlich ein Arrangement geglückt, das dem Original gerecht wird, vor allem aber dessen Faktur sehr idiomatisch auf die Gitarre überträgt. Zawierucha gelingt es auch, die reine, abstrakt anmutende Stimmführung mit Sinn zu erfüllen, weil er ebenso unaufdringlich wie deutlich motivische Korrespondenzen herstellt oder Kontraste herausarbeitet, so dass die versteckte Polyphonie subtil herausgearbeitet wird. Der Prüfstein ist natürlich die berühmte Chaconne, an der nur die Acciaccatura beim ersten Akkord ein wenig irritiert, die aber ansonsten auch auf der Gitarre ihre Wirkung entfaltet, zumal Zawierucha tatsächlich einen Bogen über die knappe Viertelstunde Musik herstellen kann.

Generell vermittelt Zawieruchas Spiel zwischen technischer Geläufigkeit und Klangschönheit; auch in den schnellen Sätzen fällt ein tragfähiges Legato auf, wobei das Dreiermetrum der Gigue aus der Suite BWV 995 vielleicht ein wenig arg gegen den Strich gebürstet wird. Wer das ganze Album durchgängig hört, wird jedoch noch einen besonderen Reiz vermissen, sei es eine besonders zündende Rhythmik ab und an oder noch größere klangliche Sinnlichkeit; letzterer ist auch das zu direkte, nicht sehr dankbare Klangbild etwas abträglich.

Dr. Michael B. Weiß [14.03.2012]

Bechstein Konzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 00:31:17
6 Suite g-Moll BWV 995 00:23:36
12 Suite d-Moll BWV 997 00:22:21

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Tomasz Zawierucha Gitarre
 
CLCL 117;4260113461174

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