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CD-Besprechung

Johannes Eccard

Sacred & Secular Works

cpo 777 700-2

1 CD • 59min • 2011

01.02.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Johannes Eccard, 1553 im thüringischen Mühlhausen als Sohn eines Fleischer geboren, war seit 1567 Chorknabe in der Weimarer Hofkapelle und von 1571-1573 Altist an der Münchner Hofkapelle, deren Leitung Orlando di Lasso innehatte. Lasso bekam für Eccards Kompositionsstil entscheidende Bedeutung, auf dieser CD wird dieser Einfluss mit einer Parodiemesse gewürdigt, die Eccard auf Lassos Chanson „Mon cœur se recommende à vous" komponiert hat. Zunächst für Jacob Fugger tätig; möglicherweise um nicht als Angestellter der katholischen Familie Fugger zum katholischen Glauben konvertieren zu müssen, trat Eccard 1679 in die Dienste der Familie Hohenzollern, zunächst in Königsberg, später in Berlin wo er 1611 als kurfürstlicher Kapellmeister starb. Dauerhafte Bedeutung kommt Eccard in der Musikgeschichte für die Entwicklung des evangelischen Gemeindegesangs zu, seine Chorsätze verbinden Volkstümlichkeit mit hoher satztechnischer Raffinesse. „Für Jahrhunderte ist Eccards Satzweise vorbildlich geworden, Bachs Choräle sind ohne ihn nicht denkbar", schreibt Friedrich Blume 1965 in seiner "Geschichte der evangelischen Kirchenmusik". Noch Johannes Brahms hielt Eccard in hohen Ehren und stellte seine Werke gleichrangig neben die von Giovanni Gabrieli und Heinrich Schütz.

Obwohl noch drei weitere Messen dem Titel nach überliefert sind, ist die fünfstimmige Messe „Mon cœur" Eccards einzige erhaltene Messkomposition. Ihr Manuskript trägt die Jahreszahl 1579 und ist Jacob Fugger gewidmet. Die ersten acht Takte von Orlando di Lassos Chanson „Mon cœur se recommende à vous" („Mein Herz empfiehlt sich Ihnen") eröffnen die Messe als Zitat und Hommage an den Lehrer, der schon zu Lebzeiten außerordentlichen Ruhm genoß, auch weiterhin dient das Chanson, der Tradition der Parodiemessen entsprechend, mit thematischen Material als Steinbruch für Eccards Komposition. Weltliche und geistliche Lieder ergänzen die Messe zu einem Porträt dieses Protagonisten der evangelischen Kirchenmusik.

Gregor Meyer gestaltet mit seinem Vokalistenensemble Opella Musica und den Instrumentalisten der Leipziger Gruppe NOEMA eine lebendige Vorführung dieser Musik, die dank abwechslungsreicher Besetzungswechsel in den einzelnen Liedern, Tonschönheit und Intonationsreinheit nichts zu wünschen übrig lässt. Einzig die italienische Aussprache des Lateins der Messe wirkt störend; man verwendete in Deutschland damals eine andere Aussprache, die noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an den Gymnasien üblich war. Die Franzosen machen seit einigen Jahren mit ihrem französischen Latein bei geistlicher Musik aus Frankreich bis hin ins 19. Jahrhundert vor, dass die jeweilige Aussprache des Lateinischen zum Kulturerbe einer jeden Nation Europas gehört. Schade, dass diese CD somit einen weiteren Beweis für den Verlust des Gefühls für diesen Teil unserer Kulturgeschichte liefert, zumal man sich extra für die französische Aussprache von Lassos Chanson besonderen fachlichen Rat geholt hat.

Detmar Huchting [01.02.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Eccard
1Gut Singer und ein Organist 00:01:18
2Ein Fuhrmann, der fortkommen will 00:01:28
3Mon coeur 00:01:41
4Missa a 5 vocibus 00:02:15
5Nun komm, der Heiden Heiland 00:01:23
6Übers Gebirg Maria geht (Motette) 00:03:16
7Missa a 5 vocibus 00:03:23
8O Freude über Freud 00:03:50
9Maria, das Jungfräuelein 00:03:40
10Missa a 5 vocibus 00:06:02
11Im Garten leidet Christus Not 00:01:58
12Der große Tag des Herren 00:01:49
13Christ ist erstanden 00:01:19
14Zu dieser österlichen Zeit 00:02:03
15Wir singen all mit Freudenschall 00:02:32
16Missa a 5 vocibus 00:01:35
17Missa a 5 vocibus 00:01:13
18Komm, Heiliger Geist, Herre Gott 00:03:31
19Der heilig Geist vom Himmel kam 00:03:24
20Der Zacharias ganz verstummt 00:04:08
21Missa a 5 vocibus 00:02:10
22Herr Christe, tu mir geben 00:01:03
23Es ist viel Not vorhanden 00:01:37
24Dieweil umsonst itzt alle Kunst 00:01:12
25Der Musik Feind seind Ignoranten 00:01:26

Interpreten der Einspielung

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