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CD-Besprechung

Franz Liszt The Sound of Weimar 3

Franz Liszt<br />The Sound of Weimar 3

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 15.12.11

NCA 60250

1 CD • 58min • 2011

Nach den ersten beiden nicht nur bemerkenswerten, sondern in der Fachwelt hoch gelobten Einspielungen sämtlicher Lisztscher Orchesterwerke mit dem Orchester Wiener Akademie und Martin Haselböck waren meine Erwartungen an Folge 3 der Reihe „The Sound Of Weimar" hoch: Ein Originalklangorchester in der Besetzung der damaligen Weimarer Hofkapelle musiziert nach der originalen Orchestrierung auf Original- bzw. den Originalen nachempfundenen Instrumenten unter der Leitung einer Originalklang-Koryphäe – so viele Originale können einfach nicht irren. Geht man nun von der faszinierenden Transparenz, der kammermusikalisch anmutenden Durchsichtigkeit, der instrumentalen Trennschärfe aus, gleichzeitig von der Wärme und plastischen Farbigkeit, in denen hier die Sinfonischen Dichtungen Hunnenschlacht, Hungaria und Mazeppa ausgebreitet und bis in den letzten Partiturwinkel ausgeleuchtet werden, so kann man nur von einer Maßstäbe setzenden Liszt-Interpretation reden.

Haselböck vermeidet Dickflüssiges und Bedeutungsschwangeres, verzichtet in Hunnenschlacht und Mazeppa glücklicherweise auf Lärmendes und in Hungaria auf einen allzu heroischen Ton. Er unterschlägt auch keinen einzigen klangfarblichen Reiz und gibt somit – besonders in Hunnenschlacht mit ihrem Crux-fidelis-Choral – den Blick frei auf Liszts enorme gestalterische Fantasie; seine rhythmisch scharf konturierte Liszt-Deutung ist von unvergleichlicher Präsenz, ganz klar eine Interpretation aus einem Guss. Und doch will sich bei mir keine Begeisterung einstellen. Haselböck setzt für mein Empfinden in allen drei Werken auf ununterbrochene Spannung, auf weite Entwicklungen, ja sogar auf permanente Steigerung, in der jedoch Schlüsselstellen unterzugehen drohen sowie Höhepunkte und markante Akzente Mangelware sind. Mir fehlt durchweg – auch in der dynamischen Gestaltung – das letzte Quäntchen Zupacken, eine Art mitreißender Vitalität, so dass die Seelenzustände und die kaum in Worte zu fassende Leidenschaft in diesen drei Sinfonischen Dichtungen leider unterbelichtet bleiben.

Christof Jetzschke [15.12.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Liszt Hunnenschlacht S 105 (Sinfonische Dichtung Nr. 11) 00:16:12
2 Hungaria S 103 (Sinfonische Dichtung Nr. 9) 00:22:53
3 Mazeppa S 100 (Sinfonische Dichtung Nr. 6) 00:18:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Wiener Akademie Orchester
Martin Haselböck Dirigent
 
60250;0885150602508

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