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CD-Besprechung

J. Röntgen

cpo 1 CD 777 437-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 29.04.11

cpo 777 437-2

1 CD • 73min • 2009

Erst in jüngster Zeit hat man damit begonnen, das umfangreiche Œuvre des deutsch-niederländischen Komponisten Julius Röntgen (1855–1932) nach und nach zu erschließen, woran das Label cpo nicht unbeträchtlichen Anteil hat. Nach mehreren Sinfonien (Röntgen schrieb insgesamt einundzwanzig!) und Orchesterstücken sowie den Szenen aus Goethes Faust für Soli, Chor und Orchester, legt das Label nun – wiederum unter der sorgfältigen Leitung von David Porcelijn – die beiden Violinkonzerte vor und fördert damit einmal mehr Erstaunliches zutage. Im a-Moll-Konzert von 1902 bestimmt die Solovioline fast unausgesetzt das Geschehen – eine dankbare Aufgabe für die niederländische Geigerin Liza Ferschtman, die sich durch leuchtenden Ton, saubere Technik und überlegte Gestaltung empfiehlt. Erst im Finale, das ein mittelalterliches Volkslied zitiert, kommt auch das Orchester ausgiebiger zu Wort.

Das zweite Violinkonzert in fis-Moll schrieb Röntgen 1931 für die ungarische Geigerin Jelly d'Arányi, eine Nichte von Joseph Joachim, für die auch Maurice Ravel Tzigane und Vaughan-Williams das Concerto Academico komponierte, die Röntgens Konzert jedoch nie gespielt hat. Die Uraufführung erfolgte erst zehn Jahre nach dem Tod des Komponisten 1942 durch dessen Sohn Joachim Röntgen und das Amsterdamer Concertgebouw Orchester unter van Beinum. Im rhapsodisch beginnenden Kopfsatz glaubt man noch einmal Anklänge an Röntgens Freund und Vorbild Johannes Brahms zu hören, während das hinreißend schwungvolle Allegro capriccioso-Finale in ganz andere Regionen führt. In diesem Konzert ist das Orchester ein echter Partner des Solisten, äußerst subtil und raffiniert eingesetzt.

Als Intermezzo zwischen den beiden Konzerten erklingt die 1918 in wenigen Tagen komponierte Ballade für Violine und Orchester, deren schwermütige Rahmenteile an Röntgens anderen Freund Edvard Grieg denken lassen. Liza Ferschtman brilliert mit ausdrucksvollem Spiel und gibt dem Mittelteil tänzerische Beschwingtheit. Das Orchester wartet dazu mit bestechenden Bläsersoli auf. Auch dies eine willkommene Repertoire-Bereicherung!

Sixtus König † [29.04.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Röntgen Konzert a-Moll für Violine und Orchester 00:34:28
4 Ballade für Violine und Orchester 00:15:28
5 Konzert fis-Moll für Violine und Orchester 00:23:06

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Liza Ferschtman Violine
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Orchester
David Porcelijn Dirigent
 
777 437-2;0761203743728

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