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CD-Besprechung

Bach Johann Sebastian: Die Kunst der Fuge BWV 1080

Raumklang 1 CD RK 3004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 15.03.11

Klassik Heute
Empfehlung

Raumklang RK 3004

1 CD • 78min • 2010

Von der frühen Kindheit bis ans Ende seines Lebens zeigte Bach ein ausgeprägtes Interesse für die systematische, wissenschaftliche Seite seines Berufs. Die systematische Durchdringung in der Komposition seiner musikalischen Einfälle durchzieht sein gesamtes schöpferisches Leben. Dabei machte er sich mit der Tradition bis zurück zu Palestrina ebenso vertraut wie mit dem Wirken der Zeitgenossen.

Die Kunst der Fuge ist ein Lebensresümee von Bach über die althergebrachte imitatorische Form der Fuge, die Bach wie kein Zweiter seiner Generation beherrschte. Die Entstehung dieser Quintessenz einer lebenslangen Beschäftigung geht in das Jahr 1742 zurück und hat Bach bis in seine letzte Lebenszeit beschäftigt. Dabei setzt Bachs Kunst, theoretische Zusammenhänge in klingende Schönheit zu verwandeln, seit dem Erstdruck des Werkes 1751 die Musikwelt in Erstaunen.

Hier nimmt auch Peter Koflers Interpretation ihren Ausgang, wenn er sagt: „Für mich ist die ‚Kunst der Fuge‘ kein akademisches Lehrbuch der Fugenkomposition, sondern eine Folge von lebendigen, packenden Charakterstücken." So liefert er eine klar strukturierte, aber auch atmende und phantasievolle Version der Kunst der Fuge ab, die gewissermaßen die Musik für sich selbst sprechen lässt.

Dabei hilft ihm ein sensationelles Instrumentarium: Da ist zunächst einmal ein 1782 von Karl August Gräbner in Dresden gebautes Cembalo zu nennen, das heute Bestandteil der Sammlung Dr. Rück im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg ist. Ein originales Cembalo zu hören, ist heute eine Seltenheit, sind doch gut erhaltene Exemplare unter den mindestens 200 Jahre alten Instrumenten (der Cembalobau kam kurz nach 1800 völlig zum Erliegen) heute eine absolute Rarität. So geht man zu Recht geizig mit ihnen um – sie sind als Vorlage für Kopien heutiger Cembalobauer viel zu wichtig, um im Konzertgebrauch verschlissen zu werden. Es ist also ein außerordentlicher Glücksfall, dass hier ein herrliches Instrument alle Schattierungen der vielfältigen Klangmöglichkeiten des Cembalos präsentiert, in dem sich mehrere Jahrhunderte klangästhetischer Entwicklung und die Tüftelei von Generationen genialer Instrumentenbauer spiegeln. Die klangfarbige Alternative zum Cembalo liefert eine 1998 von Andreas Schiegnitz gebaute Orgel, deren Pfeifen der „Organo di Legno" in der Silbernen Kapelle zu Innsbruck nachgebaut sind. Samt und sonders aus italienischem Zypressenholz gebaut, klingen sie in einem herrlich weichen Ton, der doch in den füünf Registern des Instruments eine farbige Variabilität aufweist: Die Orgel erinnert in der Transparenz ihres Klanges an ein hervorragend disponiertes Vokalensemble.

Peter Kofler weiß alle Vorteile seiner beiden Instrumente für sein Spiel exzellent zu nutzen, unter seinen Händen wird Die Kunst der Fuge nicht nur zu Bachs theoretischem Vermächtnis, sie zeigt den Meister auch noch einmal als souveränen Gestalter des gesamten Kosmos menschlicher Affekte.

Die überaus sorgfältige Tontechnik tut ein übriges, völlige Transparenz des Klangbildes zu gewährleisten, ohne im geringsten eine kühle oder gar künstliche Atmosphäre zu erzeugen.

Detmar Huchting [15.03.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Die Kunst der Fuge BWV 1080

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Peter Kofler Cembalo, Orgel
 
RK 3004;4018767030044

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