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CD-Besprechung

Carl Stamitz Symphonies

Carl Stamitz<br />Symphonies

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 18.01.11

cpo 777 526-2

1 CD • 59min • [P] 2010

Werner Ehrhardt war zwei Jahrzehnte vom Konzertmeisterpult aus künstlerisch verantwortlich für das von ihm gegründete und weltweit bekannt gewordene Barockensemble Concerto Köln. Im Jahr 2005 trennten sich Leiter und Ensemble, Werner Ehrhardt hatte sein Augenmerk auf die Gründung eines neuen Klangkörpers gelenkt. In den letzten fünf Jahren gastierte das neu ins Leben gerufene, ebenso in der Tradition der Historischen Aufführungspraxis beheimatete, aber auch hin und wieder zu modernen Instrumenten greifende Orchester L'arte del mondo bei renommierten Festivals wie etwa Ludwigsburg, Schwetzingen und Halle.

Bei der Bayer AG in Leverkusen nimmt das Orchester seit dem vergangenen Jahr innerhalb der Wahrnehmung des von dem Firmenkomplex schon seit mehr als einem Jahrhundert(!) sehr ernst genommenen Kulturauftrags die Stellung eines „orchestra in residence" ein. Zentraler Ort für die jährlich etwa 150 Veranstaltungen der Bayer Kultur, sie fächern sich auf in Konzert, Schauspiel und Tanz, ist das Kulturhaus in Leverkusen. Hier entstand auch die neue Einspielung von L'arte del mondo mit einigen der Sinfonien von Carl Stamitz.

Den Namen Stamitz verbindet man sogleich mit Mannheim und dem berühmten Orchester des kunstsinnigen Kurfürsten Karl Theodor, der Mannheimer Hofkapelle, von deren Klangkultur und Akkuratesse nicht nur Mozart schwärmte. Schon damals sprach man von der „Mannheimer Schule", deren Grundstein in den späten Vierzigerjahren von Johann Stamitz gelegt worden war und die den musikalischen Ensemblestil in den folgenden Jahrzehnten weit über Mannheim hinaus prägen sollte. Sein erster Sohn, der 1745 geborene Carl Stamitz, um dessen Sinfonien es hier geht, war anfangs noch vom Vater, dann von anderen Berühmtheiten der Mannheimer Schule, Franz Xaver Richter, Ignaz Holzbauer und Christian Cannabich, auf der Violine unterrichtet worden und ist seit 1761 für neun Jahre Mitglied der Mannheimer Hofkapelle gewesen. Dann versuchte er sein musikalisches Glück andernorts und bereiste dabei halb Europa. Stationen seines recht unsteten Lebens waren unter anderem Paris, Wien, Frankfurt, London, Den Haag, Amsterdam, Hamburg, Berlin, Dresden und Prag, um nur einige der Orte zu nennen. Er trat dabei als Violinist auf, aber er komponierte auch. So war er bis 1776 für sieben Jahre Hofkomponist des Duc Louis de Noailles in Paris gewesen, und der preußische König Friedrich Wilhelm II. sicherte Stamitz später anlässlich seines Aufenthalts in Berlin vertraglich zu, alle seine ihm eingereichten Kompositionen abzunehmen und ihn hierfür auch zu honorieren.

Die vier Sinfonien dieser Einspielung hat Stamitz in Paris komponiert. Die Werke zeigen noch deutlich einige der typischen musikalischen „Manieren" der Mannheimer Schule, so etwa jähe und kontrastreiche Ausdruckswechsel und die rollenden Crescendofiguren bei statischer Harmonie. Werner Ehrhardt und L'arte del mondo spüren Stamitz' musikalischen Wechselfällen sehr zupackend und aufrührerisch nach, mit drängendem Elan lässt man die Crescendi anschwellen, prägnant werden die Konturen nachgezogen, temperamentvoll die dramatischen Affekte gewichtet, voller vibrierender Spannkraft die Figurationen herausgetrieben. In den ruhigeren Passagen der Ecksätze belebt ein rhetorischer Gestus die Melodielinien, subtile artikulatorische Vielfalt füllt die duftig und locker gehaltenen Mittelsätze mit Leben.

Thomas Bopp [18.01.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Stamitz Sinfonie d-Moll op. 15 Nr. 3 Kai. 24 00:11:44
4 Sinfonie Es-Dur Kai. 38 00:18:01
7 Sinfonie e-Moll op. 15 Nr. 2 Kai. 23 00:17:52
11 Sinfonie F-Dur Kai. 34 (La chasse) 00:11:08

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
L' Arte del Mondo Orchester
Werner Ehrhardt Dirigent
 
777 526-2;0761203752621

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