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CD-Besprechung

cpo 777 295-2

1 CD • 65min • 2007

12.11.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Diese CD bietet vor allem die Begegnung mit einem selten zu hörenden Werk, das gar nicht von Respighi, sondern von Rossini stammt. Der Zauberladen, ein Ballett über einen Spielzeugladen, in dem die Puppen nach Ladenschluss tanzen, ist eigentlich nur das Arrangement einiger kleiner Instrumentalstücke und Gesänge, die Rossini als „Alterssünden“ schrieb – freilich eine Orchestrierung mit viel Gespür für Geist und Ton des Vorbilds, ökonomisch im Satz, farbig im Klang.

Von einem italienischen Orchester erwartet man vielleicht am ehesten eine „authentische“ Interpretation dieser Musik. Leider kommt der Hörer da nicht auf seine Kosten. Rossinis-Respighis Zauberladen muss ohne Zauber auskommen: da glitzert und funkelt es nirgends, da gibt es keine Geheimnisse und auch keine Dinge, die uns staunen lassen. Die Musik wird nur redlich und akkurat in Szene gesetzt. Das Orchester spielt nie brillant, der Klang ist nüchtern. Offenbar hat die Boutique Fantasque doch ihre Tücken. Charles Dutoit ließ in seiner Einspielung mit dem Orchestre Symphonique de Montréal (1999) zwar glänzend, animiert, mit Gespür für das Kolorit und mit Gefühl, aber ohne zündenden Esprit musizieren. Eine glücklichere Hand hatten da doch Georg Solti mit dem Israel Philharmonic Orchestra und Ernest Ansermet mit dem London Symphony Orchestra.

Die Suite für kleines Orchester Die Vögel komponierte Respighi 1927. Jeder der fünf Sätze basiert auf dem Werk eines Komponisten aus früheren Jahrhunderten. Für das Prélude und das Finale (Der Kuckuck) griff Respighi auf Musik von Bernardo Pasquini (1630-1710) zurück. Der zweite Satz Die Taube basiert auf einem Stück von Jacques de Gallot, einem wenig bekannten Lautenisten des 17. Jahrhunderts, das dritte Die Henne auf Musik von Rameau (1683-1764). Zum vierten Stück Die Nachtigall inspirierte Respighi das Stück eines anonymen englischen Komponisten des 17. Jahrhunderts. Respighi hat das neobarock gesetzt, subtil, in feinen Farben und auch sehr stimmungsvoll – man höre das pastorale Siciliano des zweiten Satzes mit einem innigen Oboensolo und einer „zirpenden“ Geigenfigur, die man freilich in dieser Aufnahme nicht recht heraushören kann. Leider wird auch diese ornithologische Suite nicht sonderlich inspiriert oder subtil musiziert. Der Klang ist ein wenig distanziert, nicht genügend plastisch und transparent.

Peter Heissler [12.11.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ottorino Respighi
1La boutique fantasque (Der Zauberladen, Ballett-Suite Rossiniana nach G. Rossinis Les riens) 00:45:21
10Gli Uccelli P 154 (Suite für Orchester) 00:18:35

Interpreten der Einspielung

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