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CD-Besprechung

Robert Schumann Klavierwerke & Kammermusik - X

Alpha Productions 166

1 CD • 57min • 2009

07.10.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die ungleichen Es-Dur-Geschwister, das Klavierquintett op. 44 und das Klavierquartett op. 47, entstanden beide in Robert Schumanns vor Kreativität überfließendem „Kammermusik-Jahr" 1842, das bereits die Entstehung der drei Streichquartette op. 41 gesehen hatte. Die Erstfassung des Quintetts wurde in knapp drei Wochen zu Papier gebracht, und fast unmittelbar anschließend nahm Schumann die Komposition des Quartetts in Angriff. Wie um die kammermusikalischen Ausdrucksmöglichkeiten systematisch zu erforschen, ließ Schumann noch im gleichen Jahr ein Trio folgen, aus dem später die Phantasiestücke op. 88 wurden. Quintett und Quartett erklangen am 6. Dezember in einer Privataufführung mit Felix Mendelssohn am Klavier, dem Schumann auch die Anregung zur Einfügung des Agitato-Abschnitts im Trauermarsch des Quintetts verdankte. Insgesamt ist das Quintett ein schwungvolles, geradezu euphorisches Werk, innerhalb dessen der düstere zweite Satz, in dem Tschaikowsky „eine ganze Tragödie" sah, einen denkbar großen Kontrast darstellt. Seit seiner Uraufführung im Leipziger Gewandhaus durch Clara Schumann genießt das Werk uneingeschränkte Bewunderung und Beliebtheit bei Ausführenden wie Publikum. Lediglich Franz Liszt kritisierte die kontrapunktischen Abschnitte als zu „leipzigerisch" im Sinne von „akademisch", wobei er die mitreißende Vitalität und poetische Kraft des gesamten Werkes wohl aus den Augen verlor.

Obgleich weniger populär, steht das Quartett seinem Schwesterwerk an Großartigkeit nicht nach und wirkt in der Konzeption womöglich noch dichter und einheitlicher. Clara bewunderte die jugendliche Frische, die aus der Musik spricht. Die Mittelsätze, ein gespenstisch jagendes Scherzo und ein gefühlvolles Lied ohne Worte, sind besondere Perlen. Die Musiker um den Pianisten Eric Le Sage gehen mit außerordentlichem Engagement, manchmal fast übereifrig zu Werke. So gelingen atemberaubende Passagen und Momente von anrührender Poesie. Andererseits erreichen sie weder die Prägnanz der alten Juilliard-Aufnahmen (mit Bernstein und Gould) noch die Homogenität des Auryn-Quartetts mit Peter Orth. Das teilweise doch sehr individuell gefärbte Spiel der Streicher wird zudem öfter vom Klavier zugedeckt, das hier fast durchgehend dominiert, auch wo ihm eigentlich nur Begleitfunktion zukommt. Die in der Salle philharmonique von Liège eingespielte Aufnahme bildet die zehnte Folge der wunderschön ausgestatteten enzyklopädischen Ausgabe von Schumanns Klavier- und Kammermusik. Allerdings sind die Begleittexte nur auf Französisch und Englisch abgedruckt.

Sixtus König † [07.10.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Robert Schumann
1Quintett op. 44 für Klavier und Streichquartett 00:30:05
5Klavierquartett Es-Dur op. 47 00:26:36

Interpreten der Einspielung

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