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CD-Besprechung

F. Mendelssohn Bartholdy

OehmsClassics 1 CD OC 755

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.10.10

OehmsClassics OC 755

1 CD • 59min • 2009

Mit ihrer zweiten (mir bekannten) Oehms-Veröffentlichung bestätigt das Silver-Garburg Piano Duo Interesse, ja Begeisterung für das Klavierwerk Felix Mendelssohn Bartholdys. Unter Leitung von Christopher Hogwood, begleitet von der Bayerischen Kammerphilharmonie, präsentierten Sivan Silver und Gil Garburg die beiden Konzerte für zwei Klaviere und Orchester (Oehms OC 739): Mit sehr erfreulichem Ergebnis in den wichtigsten Kriterien, die sich auf ein gut funktionierendes, lebendiges Klavierspiel auf zwei Instrumenten beziehen. Nur wenige Formationen sind in unseren Tagen in der Lage, wirklich fundierte Interpretationen bzw. Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Die zahlreichen Mitschnitte mit Martha Argerich „und Freunden“ beweisen das, denn um eines kommt man im Umfeld des Klavierduo-Spiels nicht herum: Um der schwierigen Kurztonorganisation Verlässlichkeit zu sichern und um im Folgenden einer Einstudierung echtes Leben einzuhauchen, bedarf es langwieriger Vorbereitung – am Besten auf der Grundlage einer intensiven künstlerischen und menschlichen Partnerschaft.

Mit den von Mendelssohn selbst angefertigten Vierhand-Versionen der Sommernachtsraum-Kostbarkeiten und der Lieder ohne Worte op. 62 und op. 67,1 florieren die Garburgs vor allem in den schnellen, luftigen, zuweilen verwegenen Scherzo-Passagen. Hier funktioniert ihr Zusammenspiel, als handelte es sich um ein gleichsam „eineiiges“ Duo. Die flimmernden Passagen der Ouvertüre – und im Rückblick auch der Final-Szene! –, die Geschmeidigkeiten des „Elfenmarschs“, aber auch die eiligen, lebenslustigen Ereiferungen im Zuge der wortlosen Lieder op. 62 (etwa Nr. 2 und Nr. 4) – alle diese Stücke wirken optimal erfasst und in ihrer bildhaften Mechanik einprägsam übermittelt.

Als nicht ganz so befriedigend empfinde ich die Behandlung der melodischen Oberstimme in den ruhigen Zonen dieser Werkfolge (ganz gleich, wer für den Augenblick auf der rechten Seite der Tastatur dafür verantwortlich zeichnet). Ich erwähne in dieser Hinsicht die trocken, zumindest wenig empfindsam angeschlagene Melodiestimme das Andante espressivo op. 67,1. Und ein weiteres Detail bekümmert mich einmal mehr, denn die Garburgs – so wie zahlreiche ihrer Solo-Kollegen! – behandeln die Quasi-Gitarren- (oder auch Harfen-)Begleitung des Frühlingsliedes (op. 67,6) auf schier ruppige Weise. Ich stelle mir das liebevoller, nicht so flapsig angerissen vor, durchaus im Sinne einer zarten Untermalung, einer anschmiegsamen Zweitstimme, zumindest nicht als akustischen „Rülpser“... Doch dies sei lediglich am Rande einer insgesamt erfreulichen Publikation erwähnt, die eine Fülle schöner, optimistischer Musik enthält. Unter deren Eindruck wundert man sich einmal mehr, warum vor allem die Lieder ohne Worte einige Jahrzehnte lang von vielen Interpreten (und Musikkritikern!) verkannt und damit abgelehnt worden sind.

Peter Cossé [25.10.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Ein Sommernachtstraum op. 61 00:43:15
11 Sechs Lieder ohne Worte op. 62 (Clara Schumann gewidmet) 00:12:38
17 Lied ohne Worte Es-Dur op. 67 Nr. 1 – Andante 00:02:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
The Silver Garburg Piano Duo Klavierduo
 
OC 755;4260034867550

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