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CD-Besprechung

S. Rachmaninow • I. Strawinsky

Classicclips 1 CD CLCL 114

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 18.05.10

Classicclips CLCL 114

1 CD • 67min • 2009

Beginnen wir unsere Besprechung diesmal von der (scheinbar) negativen Seite. Nein, eine vorsichtige, eine abwägende, meinetwegen sogar diskrete Annäherung an die gewählten Cello-Klavier-Stücke von Rachmaninoff und Strawinsky ist das nicht. Vielleicht scheint das Wort „Identifikation“ ein bisschen hoch gegriffen; aber unverkennbar knien sich die beiden jungen deutschen Künstler mit Inbrunst in diese russische Kammermusik hinein. Mir hat sich sogar der Begriff „ungebremst“ aufgedrängt, was im Übrigen kaum als Minuspunkt zu werten ist. Es soll vielmehr heissen, dass der von Geringas (und andern) ausgebildete Cellist Maximilian Hornung wie auch der klavierspielende Kämmerling-Eleve Gerhard Vielhaber keine Barrieren zwischen sich und den erkorenen Werken aufrichten. Der grosse, energische Ton – schwelgerisch hier, rhythmisch pointiert dort – ist das gestalterische Verbindungskabel zwischen den beiden halbwegs verwandten und handkehrum doch deutlich auseinanderdriftenden Kompositionen.

Serge Rachmaninoff schrieb die Cellosonate – seine einzige bedeutende kammermusikalische Kreation neben dem Trio élégiaque – 1901 mit 28 Jahren, also fast im selben Alter wie unsere beiden Interpreten. Da er von Haus aus Pianist war, stellte er das Klavier keineswegs hintan, sondern rückte es als zumindest ebenbürtig neben das Streichinstrument. Natürlich lässt sich Vielhaber nicht unterkriegen, vertraut wacker dem vollgriffigen Satz. So wie sich Cellist Hornung von den Schwierigkeiten der Suite Italienne von Igor Strawinsky keineswegs unterkriegen lässt – diese Pulcinella-Paraphrase wurde in der Cello-Fassung (es existiert ja auch eine Violin-Version) bekanntlich vom erprobten Gregor Piatigorsky mitgestaltet. Hier wird, bei aller virtuosen Gestik, vom interpretierenden Duo das quasi-parodistische, ja theatralische Element voll ausgespielt, so wie sie auf der andern Seite bei Rachmaninoff keine Furcht vor volltönendem Pathos zeigen. Wie schon angedeutet: eine zugriffige Ausdeutung.

Mario Gerteis † [18.05.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Rachmaninow Sonate g-Moll op. 19 00:36:44
5 Vocalise e-Moll op. 34 Nr. 14 (arr.: Leonard Rose) 00:07:07
6 I. Strawinsky Suite italienne 00:18:37
11 Russian Maiden's Song (arr.: Dimitry Markevitch) 00:04:03

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Maximilian Hornung Violoncello
Gerhard Vielhaber Klavier
 
CLCL 114;2460113461143

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