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CD-Besprechung

T. Medek

cpo 1 CD 777 520-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 07.05.10

cpo 777 520-2

1 CD • 60min • 2009, 2006

Es ist immer traurig, wenn ein Komponist erst nach seinem Tod von einer breiteren Öffentlichkeit „entdeckt" wird. Tilo Medek (1940-2006) war zwar kein Unbekannter, aber in gewisser Hinsicht ein Unzeitgemäßer: Wer ihn aus Freude am Dreiklang kurzerhand als erfreulich konservativen Neoromantiker einstufte, griff zu kurz und bemerkte nicht die semantische Doppelbödigkeit seines Schreibens; wem Medek hingegen nicht modern genug war, der übersah gleichsam von der anderen Seite, wie sehr bestimmte stilistische Vorgehensweisen einer konkreten inhaltlichen Aussage geschuldet waren. Der „Neoromantiker" war eben doch mehr „neo" als romantisch.

Dafür bietet nun das erste von drei Cellokonzerten ein gutes Beispiel. Der scheinbar konventionelle Tonfall und die poetischen Satztitel wie „„Gassenhauer" oder „Wie ein Blitz aus heiterem Himmel" dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Medek zwar zu einer romantischen Ausdruckswelt steht, dennoch aber auch mit ihr Theater spielt, eine heile Welt fingiert und im nächsten Moment brutal entlarvt. Das geschieht nicht durch „darmstädtische" Materialkritik, sondern in einem traditionellen Klanggewand, das aber vielfach aufgebrochen wird. Dabei mag es offen bleiben, ob dieser Spagat immer gelingt – vielleicht in diesem Werk sogar durchaus nicht immer.

Die beiden Solowerke repräsentieren schon eher die Nähe zu avantgardistischen Schreibweisen, nicht zuletzt durch die Huldigung an Bernd Alois Zimmermann. Hier bietet der Solist Guido Schiefen eine saubere und transparente Wiedergabe, während das streckenweise technisch sehr schwere Konzert im Prinzip gut bewältigt wird, gelegentlich aber doch eine gewisse Mühe erkennen läßt. Das englische Orchester ist routiniert genug, eine einwandfreie Darstellung zu geben, auch wenn ihm der neoromantische Pol der Musik Medeks wohl näher steht als der kritisch-distanzierende. Die Schattenspiele haben, wie in der Notenausgabe, natürlich nur fünf Sätze und nicht sechs wie im Booklet, und entsprechend enthält die CD zehn Tracks und nicht elf.

Dr. Hartmut Lück [07.05.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 T. Medek Konzert Nr. 1 für Violoncello und Orchester 00:42:24
5 Eine Stele für Bern Alois Zimmermann für Violoncello 00:09:08
6 Schattenspiele für Violoncello 00:08:08

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Guido Schiefen Violoncello
Royal Philharmonic Orchestra Orchester
Israel Yinon Dirigent
 
777 520-2;0761203752027

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