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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32659

1 CD • 69min • 2009

11.05.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Die freundschaftliche Beziehung zwischen Brahms und Dvorák, die zeitweise Züge eines Lehrer-Schüler-Verhältnisses trug, rechtfertigt sicherlich eine Zusammenstellung von Werken dieser beiden Komponisten; dennoch treten interessanterweise bei solchen Gelegenheiten immer wieder eher die sie ästhetisch trennenden Momente hervor, wenn auch die Klangoberfläche durchaus verbindende Elemente kennt. Der grundlegende Unterschied ist bei den beiden hier vorgestellten Klaviertrios die Bewältigung der inneren Form der Musik: Während Brahms im Trio op. 8 H-Dur eine organische, aus sich heraus sich schaffende Zeitgestaltung anstrebt – und leistet –, neigt Dvorák im populären „Dumky“-Trio zum Rhapsodieren. Der einzelne Augenblick ist bei Dvorák entscheidender als bei Brahms, welcher im Gegensatz dazu weitaus stärker vom Ganzen her denkt als der jüngere Kollege.

Es erklärt sich also aus der Musik, warum das Trio, gebildet aus der Violinistin Virginie Robbiliard, dem Violoncellisten Péter Szabó sowie dem Pianisten Frédéric Vaysse-Knitter diese Stücke auch mit unterschiedlichem Erfolg interpretiert. Kurz gesagt, wird bei Brahms zuviel an überschüssiger Energie investiert; in allen vier Sätzen musizieren besonders die Streicher zu druckvoll, holen die Linien artikulatorisch zu stark nach vorn, insistieren zu sehr auf die Synkopen. Der Gesang wird ständig sehr drängend angegangen, die Musik schwillt dauernd an, ohne auch einmal proportional ausgewogen dazu abzuebben; zwar steht Brahms die Leidenschaft gut zu Gesicht, doch wird für seinen eher ausgewogenen Energiehaushalt generell zu intensiv musiziert. Besonders in den Ecksätzen sind die Streicher zu robust; dagegen wird im „Adagio“ recht deutlich, wie viel mehr Effekt das ungleich stillere Spiel des Pianisten macht.

All das, was bei Brahms problematisch wird, ist bei Dvorák nützlich. Er komponiert viel bildhafter, lockerer; so ergibt es Sinn, jede der Situationen mit soviel Leben und Hitze wie möglich aufzuladen – man höre, wie das Trio etwa die Coda des Kopfsatzes zum Explodieren bringt und damit höchste Unmittelbarkeit erzeugt. So kann man an dieser CD durchaus Freude haben; es wird jedoch angesichts der vielen guten und sehr guten Einspielungen nicht ganz klar, was ihr interpretatorischer Mehrwert gegenüber den Referenzaufnahmen ist, zumal das Klangbild sehr bullig wirkt.

Dr. Michael B. Weiß [11.05.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8 00:36:35
Antonín Dvořák
5Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 90 (Dumky) 00:32:17

Interpreten der Einspielung

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