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CD-Besprechung

Francis Poulenc

Concerto

Francis Poulenc

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 15.02.10

Klassik Heute
Empfehlung

OehmsClassics OC 637

1 CD/SACD stereo • 67min • 2009

Seit der Saison 2005/06 ist der Dirigent, Organist und Cembalist Hansjörg Albrecht künstlerischer Leiter des Münchener Bach-Chores und ständiger Gastdirigent des Bach Collegiums München. Mit dem letztgenannten Ensemble ist auch die vorliegende Einspielung von Francis Poulencs Orgelkonzert entstanden – einem verwegen ungeistlichen, die Kirche gleichsam zum Marktplatz und bis zum Varieté öffnenden Stück von freudiger, pikanter Brillanz und nicht zuletzt von erheblicher Popularität, denn nicht allzu viele Orgelkonzerte (mit Orchester) haben einen festen Platz im Konzertleben des 20. und des aktuellen Jahrhunderts.

Von den drei hier aufgenommenen Poulenc-Werken ist das Orgelkonzert das einzige in Originalgestalt verfügte. Die beiden anderen Stücke erklingen nun in Bearbeitungen von Albrecht unter Verzicht auf orchestralen Beistand, das heißt: die bekannten Instrumentalparts des beliebten Doppelkonzerts in d-Moll und des weniger vertrauten, stilistisch ländlich-pastoralen Kammerkonzerts aus den Jahren 1928/28 werden durch Orgel und Percussion ersetzt. Unangetastet bleiben die Solo-Partien – im Fall des Doppelkonzerts zwei Klaviere, im Umfeld des Concert champêtre das Cembalo.

Albrechts Orchester-Transformationen via Orgel-Klang und damit unter Berücksichtung verschiedenster Orgel-Registrierungen haben nicht nur personelle Einsparungen zur Folge, sie sind – wie ich meine – eine fruchtbare Bereicherung im Sinne der vielzüngigen, schattierungsreichen Klangästhetik Poulencs. Stärker noch als im Original entfalten sich im Doppelkonzert die einander überkreuzenden Ausdruckslinien zwischen betender Gläubigkeit, rückblickender Untergebenheit (Mozart!), rassiger Motorik (à la Strawinsky) und durchaus vulgärer Nächtlichkeit im Umfeld gewisser Pariser Etablissements. Dies alles bereitet Vergnügen, regt an, im Verlauf dieser Wiedergaben zu recherchieren, sich Rechenschaft zu geben, wie es sich um das Spannungsverhältnis zwischen Vertrautem und Erneuertem verhält. Diesem unterhaltsamen Beginnen kommen alle Ausführenden mit großem, dabei bestens organisiertem Einsatz entgegen. Yaara Tal und Andreas Groethuysen („mit freundlicher Genehmigung von Sony!“) fliegen und säuseln, klopfen und streicheln in perfekter Duo-Abstimmung durch die drei Sätze des mit Orgel und Schlagwerk nun wahrhaft gemischten Doppels. Peter Kofler, der Cembalist, entlockt seinem Gerät nicht nur zirpende, sondern auch naturhafte Laute – und Albrecht nutzt die Möglichkeiten der beiden Münchener Orgeln zum Wohle eines exquisiten, abwechslungsreichen Hörerlebens. Für die Fachleute sind im Beiheft die Dispositionen der beiden Instrumente abgedruckt – es handelt sich um die Orgeln im großen Konzertsaal der Hochschule und in der Philharmonie am Gasteig.

Vergleichsaufnahmen: Orgelkonzert: Grunenwald – Pretre (EMI DVD DVB 3102009), Weir – Hickox (Virgin 545341 2), Leonardy (Denon DVD-02013), Alain – Kantorow (Erato 3984-23421-2); Concert champêtre (Originalversion): M.Cole – Hickox (Virgin 545341 2).

Peter Cossé [15.02.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Poulenc Konzert d-Moll FP 61 für 2 Klaviere und Orchester 00:19:23
4 Concerto champêtre FP 49 für Cembalo und Orchester 00:25:53
7 Konzert g-Moll FP 93 für Orgel, Streichorchester und Pauken 00:21:54

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Yaara Tal Klavier
Andreas Groethuysen Klavier
Peter Kofler Cembalo
Babette Haag Schlagzeug
Bach Collegium München Orchester
Hansjörg Albrecht Orgel, Dirigent
 
OC 637;4260034866379

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