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CD-Besprechung

F.X. Richter

Cyprés 1 CD CYP1659

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 23.12.09

Cyprés CYP1659

1 CD • 51min • 2008

Der Name des Franz Xaver Richter (1709 – 1789) war nie ganz vergessen – er wurde in den Geschichtsbüchern zumindest als Vertreter der sogenannten Mannheimer Schule und damit als einer der wichtigsten der losen Gruppe um Johann Stamitz’ überliefert. Schon der Grove wusste, dass von Richter fast 40 Messen erhalten sein müssen. Wenig ist jedoch bis heute aus der Periode seiner zweiten Karriere bekannt, nämlich der Zeit, die er – aus Mannheim kommend – im Elsass als hoch gerühmte Autorität verbrachte. Erst 1998 haben eigenverantwortliche Forscher des Vereins „Alsace Terre de Culture“ einige Kompositionen F. X. Richters gefunden, die zwischen 1769 und 1789 während seiner Zeit als Kapellmeister an der Kathedrale in Straßburg entstanden waren, und diese mit ausgesprochen professionellen Kräften wieder aufgeführt und eingespielt.

Die 1780 entstandene Messa pastorale ist nicht etwa, wie der auf dieser Produktion in Klammern vermerkte Titel vielleicht vermuten lassen würde, eine „Weihnachts“-Messe in heutiger Bedeutung. Das muß denjenigen Interessenten gesagt werden, die im Stile neuzeitlicher Weihnachts-Werke einen Einbezug von adventlichen Weisen erwarten würden. Richters große Messe ist eine „Pastorale“, das heißt, sie legt das Hauptaugenmerk auf diejenigen auch musikalisch darstellbaren Hirtentopoi, die traditionellerweise in den Pastoralmusiken des „Et incarnatus“ des Credos zur Sprache kommen – der Darstellung jener von Flötenklängen durchzogenen Hirtenwelt nämlich, innerhalb derer das Jesuskind zur Welt kam. Die Musik Richters ist hervorragend, besonders in ihren repräsentativen Momenten, aber verliert natürlich, wenn man entgegensetzt, was Haydn und Mozart (welcher Richter übrigens durchaus schätzte) zur betreffenden Zeit komponiert haben. Um etwas avancierteren Klängen zu begegnen, muss der Hörer schon das „Fecit potentiam“ des „Magnificat“ hören.

Die Interpretationen dieser Musik auf hohem Niveau, die dennoch nicht zur Spitze durchdringt, setzen den etwas unentschiedenen Eindruck fort. Der kleine, fast solistisch besetzte Wroclaw Philharmonic Choir ist wirklich sehr gut, ausgeglichen in allen Registern und von einer sauberen Glätte, die ihn mit allen anderen Alte-Musik-Chören durchaus vergleichbar macht. Auch das Wroclaw Baroque Orchestra vereint die heute unbedingt erforderliche Alte-Musik-Rhetorik mit einer philharmonischen Rundung der Einzelereignisse. Die Musiker sind durchweg sehr gut, die Interpretation ihres Leiters Andrzej Kosendiak dennoch nicht sehr gut gelungen – zu wenig entschlossen werden beispielsweise die Solo-Partien für Baß solo („Domine Deus“, Baß: Bogdan Makal) angegangen. Es mangelt allem ein wenig an Feuer. Das etwas pastellene, leicht glasige Klangbild tut sein übriges dazu: Hier wird Hörenwertes vorgestellt, aber keine Werke, die auf Dauer gepflegt werden müßten.

Dr. Michael B. Weiß [23.12.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F.X. Richter Messa Pastorale 00:33:07
17 Sinfonia D-Dur 00:10:56
20 Magnificat 00:13:20

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marzena Lubaszka Sopran
Piotr Lykowski Altus
Maciej Gocman Tenor
Bogdan Makal Bass
Wroclaw Philharmonic Choir Chor
Wroclaw Baroque Orchestra Orchester
Andrzej Kosendiak Dirigent
 
CYP1659;5412217016593

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