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CD-Besprechung

Paganini

Duos

Paganini

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 05.11.09

Klassik Heute
Empfehlung

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Ondine ODE 1142-2

1 CD • 54min • 2008

Der legendäre Ruf des Virtuosen lässt den Komponisten Paganini nur allzu gerne ins zweite Glied rücken. Doch gerade die Kammermusiken für Violine und Gitarre zeigen einen Komponisten, der sich nicht allein auf effektvolle Artistik versteht, sondern ebenso auf das feinsinnig und empfindsam Lyrische innerhalb einer entspannten, frischen und unverbrauchten Melodik – beispielsweise in den Eröffnungssätzen der Sonaten a-Moll MS112/1, D-Dur MS1127/2 und A-Dur MS 112/4. Und sie zeigen, dass neben der Geige auch die Gitarre einen unverzichtbaren Bestandteil der Persönlichkeit Paganinis ausmacht; wenngleich in den zweisätzigen Sonaten MS112, der Sonate e-Moll MS27/6, dem einschmeichelnden Cantabile D-Dur MS109 und der aberwitzigen Tarantella a-Moll MS76 tatsächlich die Violine die erste Geige spielt, während der Gitarre oft nur die Rolle eines mit (gelegentlich allerdings hoch virtuosen) Akkordzerlegungen sich begnügenden Begleitinstruments bleibt. Als absolut gleichberechtigte Dialog-Partner treten Violine und Gitarre allein in der Sonata concertata A-Dur MS2 auf.

Der Reiz dieser Kompositionen besteht in der Mischung des intimen, runden und meist warmen Klangs der Gitarre mit den hell strahlenden Melodielinien der Violine. Den daraus resultierenden gestalterischen Spielraum nutzen die beiden perfekt miteinander harmonierenden und exzellent aufeinander reagierenden Finnen Pekka Kuusisto (Violine) und Ismo Eskelinen (Gitarre) weidlich aus, ohne sich in technisch oder klanglich noch so raffinierten Details zu verlieren. A propos Technik: Man hört sehr schnell, dass von dieser Seite weder bei Kuusisto noch bei Eskelinen Gefahr droht. Beide wissen über die absolut souveräne Beherrschung des Technischen hinaus anhand feinster Tonmodulationen mit einer elektrisierenden Klang- und Dynamikdramaturgie für sich einzunehmen. Ohne ins Detail gehen zu wollen: In ihrem musikantischen Zugriff vereinen sie Eleganz, Brillanz, Gesanglichkeit und tiefes Empfinden auf eine den jeweiligen Werken sehr entgegen kommende Art, die schon mal den Atem stocken lassen kann. Dabei glänzt Kuusisto mit einem völlig natürlichen, nie zu dick aufgetragenen, mal brüchigen, mal gleißend hellen, stellenweise (etwa in der Larghetto-Einleitung der Sonate a-Moll MS112/1) überraschend glühenden Ton und erweist sich damit als begnadeter Erzähler, dem keine Tonlage fremd zu sein scheint. Was schließlich das virtuose Element angeht: Zu keiner Zeit vermittelt dieser grandiose Geiger dem Hörer – zumindest nicht mir – den Eindruck, als handle es sich unter anderem bei den Doppelgriffen und fingerbrecherischen Pizzicati im Finale der Sonate e-Moll MS27/6 oder bei den teils akrobatischen Phrasierungs-, Artikulations- und Stricharten in der Tarantella a-Moll MS76 um eitles Blendwerk. Derlei magische Momente verdienen nichts anderes als die Höchstwertung.

Christof Jetzschke [05.11.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 N. Paganini Sonata concertata A-Dur op. 61 MS 2 00:13:50
4 Cantabile D-Dur op. 17 00:04:44
5 Sonate A-Dur op. 64 Nr. 1 MS 112/1 für Violine und Gitarre (aus: Centone di Sonate) 00:08:08
6 Sonate D-Dur op. 64 Nr. 2 MS 112/2 für Violine und Gitarre (aus: Centone di Sonate)
7 Sonate A-Dur op. 64 Nr. 4 MS 112/4 (aus: Centone di Sonate)
8 Sonate Nr. 12 e-Moll op. 3 Nr. 6 MS 27/6 für Violine und Gitarre
13 Tarantella op. 33 MS 76 für Violine und Gitarre 00:04:19

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Pekka Kuusisto Violine
Ismo Eskelinen Gitarre
 
ODE 1142-2;0761195114223

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