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CD-Besprechung

hänssler CLASSIC 98.552

1 CD • 73min • 2009

30.10.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Wer diese CD zum ersten Mal in die Hand nimmt, mag sich fragen: Was soll eine Aufnahme der Dritten Sinfonie von Mendelssohn – von der es doch wirklich gute und auch exemplarische Einspielungen gibt (vgl. Klemperer und Abbado) – ausgerechnet mit den Heidelberger Sinfonikern, einem Orchester aus der Provinz. Die Überraschung folgt auf dem Fuße, und wer Ohren hat zu hören, der vernimmt Erstaunliches. Thomas Fey, der u. a. bei Nikolaus Harnoncourt in Salzburg Aufführungspraxis der Alten Musik studierte, wandelt mit seinem Orchester deutlich hörbar auf den Spuren eines Harnoncourt und Norrington – mit eindrucksvollen Ergebnissen. In dieser Lesart der Mendelssohnschen Dritten ist alles Gemütliche und Betuliche getilgt. Schlanker Ton, animierte, oft pulsierende Tempi, drängender Gestus, keine falsche Schwere (auch nicht im Adagio), aber immer größtmögliche Spannung imponieren durchweg. Das Orchester spielt mit Verve und Nachdruck. Thomas Fey achtet nicht nur auf klangliche Balance, sorgfältige, dabei sehr kontrastreiche Dynamik, sondern auch auf große Transparenz. Der Klang ist nie pauschal, sondern immer sehr detailgenau. Die Faktur wird exemplarisch deutlich, keine Stimme geht unter.

Die „Schlankheitskur“ tut beiden Werken gut. Werden die Streichersinfonien, die Mendelssohn im Jünglingsalter komponierte, oft schon (groß)sinfonisch inszeniert, so hört man die Elfte hier in kammer-orchestralem Gewand und höchst differenziert. Wieviel geheimnisvolle Spannung liegt schon in der Adagio-Einleitung des Kopfsatzes, wieviel Verve hat das folgende Allegro. In das an zweiter Stelle stehende Scherzo bricht gleichsam das „Schweizerlied“, eine folkloristische Reminiszenz an den Urlaub in der Schweiz, in dem die Sinfonie 1822 entstand, ein: Mit Pauken, Triangeln, Becken und kraftvollen Akzenten wird die Idylle aufgemischt. Das hört man zum ersten Mal authentisch. Thomas Fey konnte feststellen, dass in der Druckausgabe der Partitur Triangel und Becken vertauscht wurden, und so kommt der Wirbel hier vom Triangel.

Das Adagio hat Spannung und Tiefe. Die beiden letzten Sätze geht Fey sehr zügig an. Der vierte Satz ist so kein Allegro moderato, sondern mindestens Allegro vivace, sein Menuetto-Charakter ist indes fast nicht mehr erkennbar. Das Finale, von Mendelssohn „Allegro molto“ bezeichnet, verwandelt sich in einen Presto-Satz, sehr bewegt, sehr drängend, aber nicht hektisch – mit dem jugendlichem Ungestüm, welches das ganze Werk größtenteils prägt.

Der Präzision der musikalischen Realisierung entspricht die der aufnahmetechnischen. Der Klang ist deutlich, präsent, direkt und transparent.

Dr. Helge Grünewald [30.10.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Mendelssohn Bartholdy
1Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 (Schottische) 00:36:01
6Streichersinfonie Nr. 11 F-Dur (mit dem "Schweizer Thema") 00:36:44

Interpreten der Einspielung

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