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CD-Besprechung

Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 D-Dur

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1710

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 23.09.09

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BIS 1710

1 CD/SACD stereo/surround • 82min • 2008

Bei unsern modernen technischen Möglichkeiten ist es, wie ich selbst gelegentlich erfahre, kein besonderes Problem, sich als Textautor rechtzeitig ins passende Klangbild setzen zu lassen und beispielsweise an einer Vorab-CD zu überprüfen, ob das, was man zu einem bestimmten Werk oder Programm schreiben will, auch ungefähr dem kommenden Produkte selbst entspricht – vor allem, wenn man’s mit einem Werk zu tun hat, daß inzwischen längst nicht mehr zu den Raritäten des Tonträgermarktes gehört. Wünschenswert wäre das also auch im vorliegenden Falle gewesen, dann wäre schnell herausgekommen, daß Alan Gilbert und die Königlichen Philharmoniker aus Stockholm einen Weg zu Gustav Mahler genommen haben, der auf zunächst beinahe erschreckende, dann nachvollziehbare und schließlich außergewöhnlich faszinierende Art das private Getön der chronischen Ehekrise und all dessen, worunter der Komponist gegen Ende seines zu kurzen Lebens tatsächlich litt bzw. zu leiden vermeinte, weiträumig umgeht.

Obwohl nun aber fast alle Rührseligkeiten und Tränen aus den Notenzeilen herausgeputzt wurden, obwohl ferner durch eine kluge Tempodisposition ein auffallendes Gleichgewicht zwischen dem ersten Andante und dem letzten Adagio (beide dauern bei Gilbert etwas mehr als 26 Minuten) erreicht wurde, und obwohl der motivischen Entwicklungsarbeit von Anfang bis Ende das Primat über die privaten Mitteilungen eines „Zerrissenen“ zugewiesen ist, werde ich auch nach vier- oder fünfmaligem (!) Hören dieser Aufnahme nichts „Verkehrtes“ an diesem Mahler-Bild finden. Ganz im Gegenteil: Hier erhalten wir eine Variante, die so klingt, als sei sie genau die Katharsis geworden, die sie nach der Auffassung ihres Schöpfers wohl hätte sein sollen – mit riesiger Anstrengung hinaus aus dem ewigen Aberglauben, aus den bedrohlichen Fängen der „Neun“ durch eine schier unergründliche Fülle an Zitaten und Selbstzitaten, die sich wie Schlußstriche unter das Bisherige deuten lassen und unter Alan Gilberts Leitung mit vorzüglicher, niemals getüftelter Genauigkeit markiert werden (so war miar tatsächlich bislang noch nie aufgefallen, daß im Kopfsatz sogar Franz Liszts danteskes Lasciate ogni speranza rhythmisch droht!).

Durch all diese Präzisionsarbeit hindurch klingt dann aber doch auch der private Gustav Mahler, und das gibt dieser Einspielung eine vielschichtige Rundung von enormer Anziehungskraft. Weshalb ich diese Neunte demnächst wohl auch noch ein bißchen öfter hören werde.

Rasmus van Rijn [23.09.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Mahler Sinfonie Nr. 9 D-Dur

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra Orchester
Alan Gilbert Dirigent
 
1710;7318599917108

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