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CD-Besprechung

H. von Herzogenberg

cpo 1 CD 777 082-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 03.09.09

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cpo 777 082-2

1 CD • 56min • 2005, 2008

Der Komponist Heinrich von Herzogenberg gilt noch immer als Geheimtip. Allenfalls die Werke seiner letzten Schaffensperiode finden in evangelischen Kirchenmusikkreisen hin und wieder Beachtung. Dabei hat der 1843 in Graz geborene Brahms-Freund seine herausragendsten Leisungen auf dem Gebiet der Kammermusik erbracht, wie das Label cpo schon vor Jahren richtig erkannt hat. Seitdem arbeitet es langsam aber zielstrebig an einer umfassenden Herzogenberg-Edition, im Rahmen derer nun – nach den hochgelobten Veröffentlichungen der Klaviertrios, Klavierquartette und der Bläserkammermusik – mit dieser Produktion eine auf drei CDs angelegte Gesamtausgabe der Strichquartette, ergänzt durch weitere Kammermusikwerke, startet. Sie beginnt mit dem fünften Quartett in f-Moll, Herzogenbergs letztem Beitrag zu dieser Gattung, entstanden 1889 in Berlin, wo Herzogenberg als Professor für Komposition an der königlichen Musikhochschule tätig war. Das dreisätzige Werk lässt auf einen düster gefärbten Kopfsatz von fast sinfonischen Ausmaßen ein liedhaftes Andante folgen und gipfelt in einem feurigen Vivace-Finale, das nach orchestraler Klangfülle strebt und einen effektvollen Abschluss bildet.

Nicht minder überzeugend wirkt das großangelegte Klavierquintett, das rund vierzehn Jahre früher in Leipzig entstand und Alfred Volkland gewidmet ist, der neben Herzogenberg und Philipp Spitta zu den Begründern des Leipziger Bach-Vereins gehörte. Allein der aus einem einzigen Thema entwickelte umfangreiche Kopfsatz ist ein Meisterwerk, doch auch das schlichte Adagio (in dem am ehesten Brahms-Anklänge zu ahnen sind), das kraftvolle Scherzo und das Presto-Finale zeigen Herzogenbergs kompositorischen Einfallsreichtum, seine melodische Begabung, sein kontrapunktisches Können und seine Formsicherheit. Auf äußerst gelungene Weise erscheinen Klavierpart und Streichersatz miteinander verschränkt – ein durchaus repertoiretaugliches Opus !

Der Pianist Oliver Triendl, dessen Entdeckerfreude ebenso bewunderungswürdig ist wie seine Kammermusik-Begeisterung, glänzt hier einmal mehr als souveräner Gestalter und sensibler Partner, dem das in Köln beheimatete Minguet Quartett hinsichtlich Konsequenz der Phrasierung und klanglicher Balance nicht ganz das Wasser reichen kann.

Sixtus König † [03.09.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. von Herzogenberg Klavierquintett C-Dur op. 17 00:28:26
5 Streichquartett f-Moll op. 63 00:27:46

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Oliver Triendl Klavier
Minguet Quartett Ensemble
 
777 082-2;0761203708222

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