Iveta Apkalna
Pärt & Vasks
Berlin Classics 0304475BC
1 CD • 65min • 2025
26.03.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Als die Organistin Iveta Apkalna ihre Karriere begann, ging zwar auch ein Raunen durch die Orgelszene und sie startete mit bemerkenswertem Erfolg durch, doch war das damals – noch ohne soziale Medien – weit entfernt vom geradezu entfesselten Star-Hype, den manch berühmte Organistin heutzutage auslöst. Erfolgreich ist Apkalnas Karriere trotzdem verlaufen. Die Lettin hat sich etabliert, sowohl als geschätzte und gefeierte Organistin wie auch als engagierte Botschafterin der Musik ihrer Heimat. Darunter sei ausdrücklich das gesamte Baltikum verstanden, denn die Musik von dort hat das gewisse Etwas, eine ganz spezifische Aura und verinnerlichte Mystik. Das trifft auch auf Iveta Apkalna zu – ihre Einspielung mit Werken von Pēteris Vasks und Arvo Pärt ist der schlagende Beweis dafür. Vor allem die Werke von Pärt, die Apkalna hier spielt (Pari intervallo, Spiegel im Spiegel, Annum per Annum, Trivium), zeichnen sich durch eine große innerliche Ruhe bar jeder rein äußerlichen Virtuosität aus.
Mystisch und intensiv
Arvo Pärt hat eine radikale stilistische Wende vollzogen und sich vom zeitgenössischen Avantgardisten zum zeitlosen Mystiker gewandelt. Seine Musik beschränkt sich auf das absolut Nötigste und erreicht dadurch eine außerordentliche, ungemein authentisch wirkende musikalische Tiefe. Apkalna vollzieht das in ihren ebenso gewissenhaften wie schlüssigen Interpretationen sehr eindrucksvoll nach. Für virtuose Selbstdarstellung gibt es hier keinen Platz und die sucht man vergebens. Statt dessen nutzt Apkalna die unendlichen Klangfarben der Klais-Orgel der Konzerthalle im lettischen Ventspils, vor allem die ganz leisen und mystischen. Hier trägt nicht nur Pärts außergewöhnlich konziser und doch erstaunlich vielgestaltiger Personalstil, sondern auch Apkalnas sehr zurückgenommene Interpretation, die ganz im Dienst der Musik steht. Das ist auch bei den Werken Vasks der Fall. Mit dem Te Deum und Viatore spielt Apkalna zwei relativ lange Stücke, die jedoch keine Sekunde langweilig werden, im Gegenteil. Auch hier trägt die Spannung, wirkt die Authentizität der Musik und die eher introspektive aber ungemein intensive Art der Interpretation.
Guido Krawinkel [26.03.2026]
Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Pēteris Vasks | ||
| 1 | Te Deum | 00:13:06 |
| Arvo Pärt | ||
| 2 | Pari intervallo | 00:07:31 |
| 3 | Spiegel im Spiegel | 00:08:33 |
| 4 | Annum per annum | 00:08:38 |
| 5 | Trivium | 00:08:39 |
| Pēteris Vasks | ||
| 6 | Viatore | 00:18:37 |
Interpreten der Einspielung
- Iveta Apkalna (Orgel)