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CD-Besprechung

Joseph Haydn: Die Feuersbrunst

cpo 2 CD 777 213-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 26.08.09

cpo 777 213-2

2 CD • 1h 32min • 2006

Joseph Haydn hat während seiner langen Tätigkeit am Hofe der Esterházys nicht nur eine Reihe von Opern geschrieben, die eine heutige Wiederbelebung lohnen, sondern auch einige Stücke für das dortige Marionettentheater, von denen jedoch nur Philemon und Baucis vollständig erhalten ist. Die Feuersbrunst, eine Hanswurstiade mit hanebüchener Handlung, wahrscheinlich um 1775 herum entstanden, als Haydn auch als Opernkomponist auf der Höhe seines Könnens angelangt war, wurde erst vor einem halben Jahrhundert in fragmentarischer Form wieder entdeckt und hat seither einige Bearbeitungen und Aufführungen erlebt. Die Produktion im Neuen Palais des Potsdamer Schlosses vom Sommer 2006 wird nun, wohl aus Anlaß des Haydn-Jahres, von cpo als CD vorgelegt. Es ist eine Veröffentlichung, die sich vor allem an Sammler richtet, die wirklich alles von diesem Komponisten besitzen wollen.

Es besteht kein Zweifel, dass Haydn dieses alberne Machwerk durch seine Musik veredelt hat, aber von einem zu Unrecht vergessenen Meisterwerk kann man nicht sprechen. Und Andreas Spering versucht auch gar nicht erst, es uns als solches zu verkaufen. Er macht mit der Capella Augustina einen „guten Job”, mehr nicht. Die Potsdamer Aufführung, die ich verpasst habe, hat möglicherweise aus dem Spiel der Marionetten einen gewissen Charme bezogen. Als reine Klangkonserve wirkt sie eher enervierend, denn unglücklicherweise werden die (überlangen) Dialoge nicht von den Sängern gesprochen, sondern von gnadenlosen Synchron-Profis, die das, was jenen an charakteristischem gesanglichem Ausdruck fehlt, durch sprachliches Chargieren überkompensieren. Was da streckenweise zusammengeknattert wird, geht auf keine Kuhhaut. Im Falle der zentralen Hanswurst-Rolle ist der Kontrast besonders störend, denn Otto Katzameiers bravem Oratoriengesang setzt Hans-Werner Bussinger einen ordinären Volkstheaterton entgegen, je nach Situation und Verkleidung mal wienernd, mal berlinernd, mal französisch näselnd oder im Diskant herumpiepsend. Sängerisch hinterlässt Ferdinand von Bothmer als Leander den mit Abstand besten Eindruck.

[26.08.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Die Feuersbrunst

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Otto Katzameier Hanswurst - Bariton
Andreas Karasiak Odoardo, Gutsverwalter - Tenor, Steckel, Odoardos Hausknecht - Tenor
Isa Katharina Gericke Colombina, Odoardos Tochter - Sopran
Ferdinand von Bothmer Leander, reicher junger Mann - Tenor
Capella Augustina Orchester
Christoph Spering Dirigent
 
777 213-2;0761203721320

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