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CD-Besprechung

Felix und Fanny Mendelssohn
String Quartets

Felix und Fanny Mendelssohn<br />String Quartets

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 12.06.09

Avi-music 8553140

1 CD • 69min • 2007, 2008

Wenn sich interpretatorische Sorgfalt, ein bestechendes konzertantes Miteinander der Kräfte und ein jederzeit überzeugender kontrapunktischer Dialog mit tiefem Empfinden und unbedingter, aber nie gewollt wirkender Expressivität verbinden, dann ist das nicht nur als ein Glücksfall, sondern als ein Höhepunkt auf dem Gebiet der Mendelssohn-Interpretation zu bezeichnen. Fast bin ich geneigt, bei der Einspielung der Streichquartette Nr. 1 Es-Dur op. 12 und Nr. 2 a-Moll op. 13 durch das im Jahr 2000 in Basel gegründete Asasello Quartett (seit 2003 in Köln beheimatet) von einer Sternstunde zu sprechen. Man spürt es in jedem Augenblick: Präzision und Geschlossenheit, ja. Von Zurückhaltung, Beschaulichkeit oder gar Vorhersehbarem jedoch keine Spur, nicht einmal den lyrisch gesanglichen Grundton von op. 12 betreffend. Konflikte werden nicht gescheut, sondern in einem mitunter fiebrigen Drängen bedingungslos ausgetragen – beispielsweise im dramatischen Finale des Quartetts op. 12, genauso in dem Streichquartett Es-Dur der Mendelssohn-Schwester Fanny aus dem Jahr 1834. Der Textheft-Autor Norbert Ely beschreibt dieses sich vorwiegend in dunklem c-Moll bewegende Werk folgendermaßen: „Es ist übrigens in dieser Musik keine Berechnung; alles ist aufrichtige, kunstgerecht in Form gebrachte Emotion.“ Und so ist auch deren temperamentsgeladene Wiedergabe. Intensität, vor allem aber erfrischender Wagemut geben den Ton an, in dem Klagegesang der Romanze wie auch in den drauflos stürmenden kontrapunktischen Linienführungen des Scherzos oder in dem virtuosen Passagenwerk des Allegro molto vivace-Finales.

Für mich ist es ein Ereignis, wie risikofreudig sich Rostislav Kojevnikov und Barbara Kuster (Violine), Justyna liwa (Viola) und Andreas Müller (Violoncello) fernab eines typisierten Mendelssohn-Idioms auf die Charaktere der Quartette und ihrer jeweiligen Sätze einlassen. So lässt etwa in Mendelssohns op. 13 die Klang- und Dynamikgestaltung in Sachen organischer Entwicklungen, gleichzeitig auch überraschender Momente keine Wünsche offen. Ob die choralartige Einleitung des Kopfsatzes, die komplexe Adagio non lento-Fuge, das sommernachtstraumhafte Intermezzo oder das aufwühlende Finale samt dem schmerzvollen Violinrezitativ an dessen Beginn und der lyrischen Zurückgenommenheit des Satzendes: Die Binnenspannung innerhalb der Ensemblekommunikation ist einfach unwiderstehlich und unterstreicht neben den kompositorischen Kunstgriffen Mendelssohns auf besondere Weise den zyklischen Zusammenhalt dieses so schlüssigen Geniestreichs des jungen Mendelssohn.

Kurz und gut: Das Asasello Quartett spielt die hier aufgenommenen Werke so beseelt und glutvoll wie kaum ein anderes Ensemble. Unbedingt anhören!

Christof Jetzschke [12.06.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn-Hensel Streichquartett Es-Dur 00:18:16
5 F. Mendelssohn Bartholdy Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13 00:28:19
9 Streichquartett Nr. 1 Es-Dur op. 12 00:22:37

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Asasello-Quartett Ensemble
 
8553140;4260085531400

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