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CD-Besprechung

Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier Buch II BWV 870-893

Roméo Records 2 CD 7269-70

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 21.04.09

Roméo Records 7269-70

2 CD • 2h 33min • 2008

Im Anschluss an meine Gedanken über Craig Sheppards Aufnahmen der sechs Bach-Partiten und des Wohltemperierten Klaviers (Band I) in den CD-Rubriken von Klassik heute (Roméo Records 7248/9 und Roméo Records 7258/9) ist es mir ein Leichtes, auch im Zusammenhang mit dem zweiten Teil der Präludien und Fugen von einer überaus rechtschaffenen, für den Hörer klärenden Live-Einspielung zu schreiben. Vielleicht verbreitet Sheppards kluge Beherrschtheit im Konzertsaal –im lauschenden „Dialog“ mit dem amerikanischen Interpreten – noch überzeugender als in der Filterung durch das Medium Compact Disc. Aber von Stück zu Stück bewährt sich die ausgefeilte Technik, sein klares, dabei niemals von Exzentrik bedrohtes Darstellungskonzept als eine kommunikative Grundlage, dem Hörer auch ohne pianistische Vorkenntnisse, ohne Zuhilfenahme des Notentexte zu einem zuverlässigen Erleben zu verhelfen. Zuweilen mag man Friedrich Guldas rhythmischen, swingenden Vorwärtsdrang vermissen, gelegentlich auch Goulds schonungslose Offenlegungen mehrstimmiger Kombinatorik, aber insgesamt betrachtet und gehört, stufe ich Sheppards Leistung als eine der wichtigsten (nebenbei: auch beruhigendsten!) des gesamten Katalogs ein. Und es gibt ja auch nicht allzu oft Gelegenheit, einen amerikanischen Pianisten mit Bachs Wohltemperierten Klavier zu erleben. Van Cliburn, Byron Janis, Raymond Lewenthal, Gary Graffman, John Browning, Jeffrey Swann, Lorin Hollander, Peter Serkin, David Lively, Julius Katchen, William Kapell – von keinem der Genannten sind mir Initiativen in dieser Richtung bekannt.

Craig Seppard hat neben seinen Bach-Einspielungen für das Label Roméo Records auch eine Gesamtaufnahme der 32 Beethoven-Sonaten vorgelegt (7233/41 9 CD /Vertrieb: Klassik Center Kassel). Die Mitschnitte entstanden 2003 im Meany Theatre von Seattle und zeigen – wie in den geschilderten Bach-Einspielungen – einen Musiker, der sich in jeder Phase Gedanken macht, der sich nicht scheut, eigene Wege in der Dosierung von Tempo und Anschlag zu gehen. Schon die einleitende Sonate in f-Moll (op. 2,1) zeigt unmissverständlich, wie Sheppard vorsichtig, dabei keinesfalls langweilig den ersten Satz auf verhaltener Betriebstemperatur, wie geschmeidig er die Turbulenzen des Finales auf Touren hält. Eindrucksvoll auch die Es-Dur-Sonate op. 7, deren Kopfsatz der verehrte, auf Distanz bewunderte Arturo Benedetti Michelangeli (DG) geradezu in Statik ersterben ließ. Kurzum: Sheppard ist der Beethovenschen Sprache mächtig, drängt sich niemals in den Vordergrund, aber er hat die verschiedensten Aufgaben bis hin zum op. 111-Finale souverän im Griff. Und auch da darf man – siehe oben – noch einmal fragen: welcher amerikanische Pianist hat je sämtliche Sonaten Beethovens eingespielt?

Vergleichsaufnahmen: Crossland (Signum classics 123), Gulda (MPS), Schiff (Decca), Gould (Sony), Hewitt (Hyperion CDA 67303/4), Wong (10 Jahre! /Ivory 71007), Koroliov (Tacet 104), Tureck (DG 463 305-2), Dantone (Arts 47657-2), J.C.Martins (Concord Concerto), E.Fischer (Pearl GEMS 0017), Feinberg (TR RCD 16231), R.Levin (Hänssler 92.117), Boyle (Metier MSV CD 2002), Barenboim (Warner 2564 61940-2).

Peter Cossé † [21.04.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Das Wohltemperierte Klavier Buch II BWV 870-893

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Craig Sheppard Klavier
 
7269-70;0675754011604

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