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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Rote Rosen Songs by Richard Strauss

BIS 1709

1 CD/SACD stereo/surround • 59min • 2008

01.04.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Für Richard Strauss war das Komponieren von Liedern eine Entspannung vor, nach und neben der Arbeit an größeren Projekten, eine „Handgelenksübung“ und, wie er freimütig an seine Eltern schrieb, eine Möglichkeit, „den fürchterlichen Krallen der Langeweile zu entgehen”. Bei der Auswahl seiner Texte war er nicht sehr wählerisch, was ihm von der Kritik bis heute vorgeworfen wird, aber auch bei der musikalischen Ausformung machte er sich keinen schweren Kopf. Die meisten Lieder schmeicheln dem Ohr und klingen so, als seien sie dem Komponisten locker von der Hand gegangen.

Allerdings hatte Strauss in den meisten Fällen eine bestimmte Sängerin als Interpretin vor Augen. Lange Zeit war dies seine Ehefrau Pauline, nach deren Rückzug vom Podium entstand eine längere Liedpause. Erst in der Sopranistin Elisabeth Schumann, die auch eine exzellente Darstellerin der Sophie im Rosenkavalier war, fand er eine neue Inspirationsquelle. Sein erstes Lied Rote Rosen (1883) widmete der 19-jährige der Sängerin Lotti Speyer (es wurde später von Elisabeth Schwarzkopf und Gerald Moore wieder „ausgegraben”), sein letztes, Malven (1948), der Primadonna Maria Jeritza, in deren Nachlaß es gefunden wurde. 1985 kam es zur Uraufführung durch Kiri te Kanawa.

Die junge schwedische Sopranistin Camilla Tilling, die im Juni an der Bayerischen Staatsoper die Sophie singen wird, hat in ihrem Recital den großen Bogen vom ersten bis zum letzten Lied geschlagen und damit 65 Schaffensjahre des Komponisten umrissen, der sich in diesem langen Zeitraum als Konservativer mit dem Wissen um Innovationen treu geblieben ist. Die 1918 entstandenen Drei Lieder der Ophelia zeigen ihn von seiner „modernen” Seite. Adorno hat recht, wenn er an der Musik von Strauss den „Doppelcharakter von extravagant und doch erfreulich, verwegen und doch erlaubt, sensationell und doch gewohnt” hervorhebt.

Die Wiedergabe durch Camilla Tilling und ihren Begleiter Paul Rivinius ist auf der Höhe der Kompositionen, das heißt, sie scheut auch vor „Untiefen” nicht zurück, bedient die gelegentlich salonmäßige Gefühligkeit. Doch der klare, lyrische Sopran Tillings, der auch in der Höhe seine schöne Blume nicht verliert, ist eine reine Ohrenweide.

Ekkehard Pluta [01.04.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Rote Rosen 00:02:14
2Malven AV 304 00:02:58
3Leises Lied op. 39 Nr. 1 00:03:05
4Junghexenlied op. 39 Nr. 2 00:02:39
5Cäcilie op. 27 Nr. 2 00:02:03
6Befreit op. 39 Nr. 4 00:05:22
7Wie erkenn ich mein Treulieb vor andern nun? op. 67 Nr. 1 00:02:54
8Guten Morgen, 's ist Sankt Valentinstag op. 67 Nr. 2 00:01:13
9Sie trugen ihn auf der Bahre bloß op. 67 Nr. 3 00:03:47
10Allerseelen op. 10 Nr. 8 00:03:05
11Ich schwebe op. 48 Nr. 2 00:02:10
12Muttertändelei op. 43 Nr. 2 für Sopran und Orchester 00:02:28
13Einerlei op. 69 Nr. 3 00:02:17
14Schlechtes Wetter op. 69 Nr. 5 00:02:24
15Das Rosenband op. 36 Nr. 1 00:02:54
16Hat gesagt – bleibt's nicht dabei op. 36 Nr. 3 00:02:21
17All mein' Gedanken op. 21 Nr. 1 00:01:12
18Du meines Herzens Krönelein op. 21 Nr. 2 00:02:02
19Meinem Kinde op. 37 Nr. 3 00:02:31
20Mein Auge op. 37 Nr. 4 00:03:01
21Morgen! op. 27 Nr. 4 00:04:00

Interpreten der Einspielung

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