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CD-Besprechung

Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz op. 51 Hob. XX:1a (Orchesterfassung)

Mit Texten von Luise Rinser

Ars Produktion 2 CD/SACD stereo/surround ARS 38 044

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 11.03.09

Ars Produktion ARS 38 044

2 CD/SACD stereo/surround • 1h 38min • 2008

Eine instrumentale Passionsgeschichte, religiöser Sturm und Drang – Joseph Haydns orchestrale Meditationen Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze (entstanden 1785/86 im Auftrag des Priesters José Saluz de Santamaria als langsame Zwischenmusiken für die Karfreitagsliturgie im spanischen Cadiz) sind vor allem eins: in Sonatenform gegossene, ausdrucksstarke und von musikalischer Barockrhetorik durchzogene Stimmungsbilder. Dazu Abbilder von Haydns persönlicher Religiosität, in denen der Komponist neben der Textausdeutung der lateinischen Bibelworte seine ganze Aufmerksamkeit der allgemeinen Affektdarstellung widmet – und damit auch der harmonischen Entwicklung jeder der sieben Sonaten sowie der gravitätischen Introduktion und der abschließenden, erschütternden Erdbebenszene.

Den unentwegt zwischen tief empfundenem Schmerz und Trost, Trauer und Heilsgewissheit pendelnden Betrachtungen sind in dem vorliegenden Mitschnitt des Karfreitagskonzerts 2008 aus der Philharmonie Essen Texte von Luise Rinser an die Seite gestellt, gelesen von Anja Schiffel. In zweierlei Hinsicht sind die Reflexionen Luise Rinsers über die sieben letzten Worte Jesu eine große Bereicherung. Sie gehen deutlich über eine rein religiöse Exegese der zugrunde liegenden Worte hinaus. Und ihnen gelingt das, was der Wiedergabe der Musik Haydns durch die Cappella Coloniensis unter der Leitung von Bruno Weil leider nicht glückt: Sie berühren und bewegen. Bruno Weil und seine Orchestermusiker dagegen enttäuschen. Nur selten finden sie einen gemeinsamen Atem. Hinzu treten intonatorische Schwächen und immer wieder abreißende Spannungsbögen. Auch lässt Bruno Weils Detailarbeit, beispielsweise die dynamische und rhythmische Differenzierung zu wünschen übrig. Schwerer als diese Auffälligkeiten wiegt meines Erachtens der Umstand, dass Bruno Weill und die Cappella Coloniensis besonders der Affektdarstellung doch einiges schuldig bleiben. Eine für mein Empfinden ein wenig planlos, fast schon substanzarm aus den Boxen tönende Ausdruckshaltung kennzeichnet diese Live-Einspielung. Was man aus dieser Musik herausholen kann, zeigt Weil lediglich in der zweiten Sonate („Heute noch wirst Du bei mir im Paradiese sein“) mit ansprechend herausgearbeiteten Spannungen zwischen dem verheißenen Paradies und der Welt des Schmerzes. Und in der vierten Sonate („Mein Gott, warum hast Du mich verlassen“), einer bedrückenden Momentaufnahme unsagbaren Leids und menschlicher Verlassenheit. Die übrigen Sätze, sogar das abschließende Erdbeben, ziehen ohne Nachwirkung vorüber. Allein die Zwischentexte Luise Rinsers klingen noch lange nach.

Christof Jetzschke [11.03.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz op. 51 Hob. XX:1a (Orchesterfassung)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Anja Schiffel Sprecherin
Cappella Coloniensis Orchester
Bruno Weil Dirigent
 
ARS 38 044;4260052380444

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