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CD-Besprechung

Tre Bassi De profundis

Carpe Diem 16274

1 CD • 53min • 2001

23.03.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

„Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, Herr, erhöre meine Stimme!“ Diesen Schrei der Verzweiflung auszustoßen hatten gerade im Deutschland der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts viele Menschen gute Gründe; die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges brachten Not und Elend über weite Landstriche, wie sie seit der großen Pestzeit im 14. Jahrhundert nicht mehr bekannt gewesen waren. Der verzweifelte Ruf nach Gott ist allerdings im christlichen Glauben auch immer getragen von dem Vertrauen auf Erlösung. So bietet das Programm der vorliegenden CD mit seiner Musik aus der Vergangenheit eine Mischung aus Hilferuf, himmlischem Schlachtengemälde und Stücken, die von der Hoffnung und Gottvertrauen sprechen wie das Ave Maria und das Salve Regina oder vom Stern, der die Magier zum Jesuskind führte. Michel Godard steuert für diesen Kontext eine Komposition über Teile des Magnificats sowie eine Improvisation über die gregorianische Psalmodie des De profundis clamavi bei.

Lee Santanas drei Lieder sind nach Auskunft des Beiheftes eine humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema der „Wiederversöhnung mit dem entfremdeten Vater“. Leider fehlt eine deutsche Übersetzung dieser Texte in dem Dokument, das zu diesem Zweck auf der Homepage von carpe diem angeboten wird, so dass die Bedeutung der für einen Nicht-Anglisten verzwickten Texte ebenso rätselhaft bleibt wie die Sinnhaftigkeit ihre Verknüpfung mit dem vorliegenden Programm.

Die musikalische Präsentation besonders der alten Stücke ist meisterhaft und überaus lebendig. Die „zeit- und stilübergreifende Klangwelt, die ganz neue Perspektiven sowohl auf die Alte Musik als auch auf moderne Komposition und Improvisation ermöglichen“, wie auf der Homepage von carpe diem versprochen, erschließen sich mir nicht – ich konnte den Gegensatz, der sich mir zwischen den Epochen auftat, im nachvollziehenden Hören nicht überbrücken und somit auch den Sinn des vorliegenden Programms nicht finden.

Detmar Huchting [23.03.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Michel Godard
1Improvisation on De profundis clamavi 00:03:53
Wolfgang Ebner
2De profundis clamavi 00:04:44
Michel Godard
3L' Araignée 00:05:32
Lee Santana
4Island on an island 00:04:06
5Mr. Ed 00:02:59
6This time the last 00:03:17
Orazio Benevoli
7Collocet eum cum principibus 00:01:12
Alessandro Grandi
8Deus misereatur nostri 00:03:06
Alberik Mazák
9Factum est silentium in coelo 00:01:36
Maurizio Cazzati
10Factum est praelium magnum in caelo 00:04:42
Michel Godard
11Magnificat 00:06:56
Antonio Cifra
12Magi videntes stellam 00:01:38
Johann Melchior Gletle
13Ave Maria 00:02:41
Thomas Eisenhuet
14Salve Regina 00:06:08

Interpreten der Einspielung

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