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CD-Besprechung

A. Dietrich

cpo 2 CD 777 314-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 29.12.08

cpo 777 314-2

2 CD • 1h 26min • 2007

Der Name Albert Dietrich ist uns heute – wenn überhaupt – nur noch in Zusammenhang mit der „FAE-Sonate“ geläufig, jenem Gemeinschaftswerk zu Ehren des Geigers Joseph Joachim aus dem Jahr 1853, zu dem neben Schumann und Brahms Albert Dietrich als Dritter im Bunde einen Satz beisteuerte.

Der 1829 in der Nähe von Meißen geborene Komponist studierte in Leipzig, folgte 1851 seinem Mentor Robert Schumann nach Düsseldorf, war von 1855 bis 1860 städtischer Musikdirektor in Bonn und wirkte schließlich fast drei Jahrzehnte lang als Hofkapellmeister in Oldenburg – eine Art Goldenes Zeitalter für das Musikleben der Stadt, denn dank Dietrichs vielfältigen Beziehungen gastierten die Großen der Zeit oft und gern in Oldenburg, allen voran Johannes Brahms. Dietrichs eigene Kompositionen – Orchesterwerke, Kammermusik, Chorwerke und Opern – erfreuten sich zu seinen Lebzeiten weiter Verbreitung und großer Beliebtheit.

Für das Oldenburgische Staatsorchester, den Nachfolger der Hofkapelle, dürfte es eine Ehrenpflicht gewesen sein, Dietrichs Orchesterwerke der Vergessenheit zu entreißen – und dass das Label cpo dem Unternehmen gleich eine Doppel-CD gewidmet hat, ist den Verantwortlichen sehr zu danken. Die Veröffentlichung belegt, dass die lange Vernachlässigung dieser Musik durch nichts gerechtfertigt war. Die 1869 uraufgeführte d-Moll-Sinfonie (Dietrichs Zweite, eine fünfzehn Jahre früher entstandene gilt als verschollen) fesselt vom ersten Takt an; es ist ein schwungvolles Werk voll Sturm und Drang. Nicht nur im Scherzo mit seinen zwei Trios lässt Schumann grüßen, doch grundsätzlich dominiert das Eigenständige von Dietrichs musikalischer Sprache.

Dieses findet sich auch ausgeprägt im 1874 in Oldenburg uraufgeführten Violinkonzert, das noch im gleichen Jahr von Johannes Brahms in Wien vorgestellt wurde. Aparte Melodiebildung, reizvolle harmonische Wendungen, wirkungssichere Instrumentation und Gespür für die formale Anlage zeichnen das Werk aus, dem sich die Geigerin Elisabeth Kufferath mit engagiertem, tonlich manchmal etwas forciertem Einsatz widmet.

Eine absolute Perle ist schließlich das Konzertstück Einleitung und Romanze für Horn und Orchester, eine großartige Bereicherung des schmalen Repertoires für diese Besetzung. Dietrich schrieb es für den Solohornisten der Oldenburgischen Hofkapelle, Wilhelm Ferdinand Westerhausen, dem sicherlich auch das ausgedehnte Hornsolo im zweiten Satz der Sinfonie zugedacht war. Das einprägsame, rundum ausgewogene Werk entfaltet uneingeschränkten romantischen Zauber, dem die exzellente Solistin Marie Luise Neunecker nichts schuldig bleibt. Hier ist auch das sonst unter der Leitung von Alexander Rumpf eher robust zupackende Orchester ein sehr sensibler Partner. Eine wichtige, überaus lohnende Veröffentlichung.

Sixtus König † [29.12.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Dietrich Sinfonie d-Moll op. 20 00:43:32
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Violinkonzert d-Moll op. 30 00:33:53
4 Introduktion und Romanze op. 27 00:08:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Oldenburgisches Staatsorchester Orchester
Alexander Rumpf Dirigent
Elisabeth Kufferath Violine
Marie Luise Neunecker Horn
 
777 314-2;0761203731428

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