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CD-Besprechung

Oboe Concerti at the Dresden Court

Instrumental Music from the Pisendel Collection

Accent ACC 24202

1 CD • 71min • 2007

17.11.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Wenn man dem künstlerischen Ergebnis und Erlebnis trauen darf, dann handelt es sich bei den hier erstmals aufgeführten Wiederentdeckungen weniger um Sternstunden der Barockmusik, sondern eher um ein routiniert-wohlgefälliges Ohrenspektakel zur Gemütsergötzung bei höfischen Lustbarkeiten. Natürlich gab es gerade am Dresdener Hofe auch eine Fülle von Sternstunden, für die der Geigenvirtuose und Hofkapellmeister Johann Georg Pisendel (1687-1755) mit Aufführungen der Werke von Telemann, Albinoni, Vivaldi, Hasse, Graupner und Graun sorgte. Nach dem Ende dieser Ära verschwand jedoch vieles davon in dem „Schranck 2“ der Hofkirche. Von dort gelangte es rund einhundert Jahre später in die Sächsische Landesbibliothek, zu deren bisher unveröffentlichten Dokumenten die vorliegende Werkauswahl gehört. Reinhard Goebel, der erfahrene Leiter der Musica antiqua Köln, wurde als kompetenter Beiheft-Autor gewonnen und weiß genau, wovon er schreibt und spricht, wenn er das künstlerische Ergebnis der Produktion zusammenfaßt: „Der Liebhaber authentischer ‚Dresdeniensa‘ wird mit diesem Programm in seiner Erwartungshaltung befriedigt, der Kenner vielfach herausgefordert.“

Korrekt! Eine solche Herausforderung für Kenner ist nicht nur das einleitende Andante eines Doppelkonzertes für Oboe und Violine von Giuseppe Valentini in der Form einer allzu naiv-belanglosen Kontrapunktstudie über eine schlichte Tonleiter (Track 14), sondern – ganz generell – eine zumeist quirlige Überfülle von Noten und nichtssagenden Figuren, von denen man oft nicht weiß, ob sie zum Originalmanuskript gehören oder (nach barocker Spielpraxis) virtuos improvisiert worden sind. Weder Form noch Inhalt wollen im Ohr haften bleiben, zumal eine perfekte Darbietung in artistischem Geschwindigkeitsrausch kaum noch Gestaltungsspielräume für Melodie und Harmonie erlaubt. Eine Art „Nähmaschinenbarock“ rückt in gefährliche Nähe. Hier also stößt die Lust am Presto-Musizieren der 21-köpfigen Batzdorfer Hofkapelle, wie sich das 1993 gegründete Ensemble selber „ebenso scherzhaft wie selbstbewußt“ definiert, spürbar an die Grenzen einer Rezeptionsfähigkeit der zu vermittelnden Affekte, Figuren und Verzierungen. Als Veranstalter erfolgreicher Barockfestspiele im Renaissancesaal des zwischen Elbhängen idyllisch gelegenen mittelalterlichen Rittergutes Batzdorf brauchen indes die im Umgang mit historischem Instrumentarium erfahrenen Künstler unter der Leitung ihres Konzertmeisters Daniel Deuter um den Beifall nicht zu bangen.

Dr. Gerhard Pätzig [17.11.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Georg Pisendel
1Sinfonia B-Dur für 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Hörner, Streicher und B.c. 00:11:06
Anon.
4Concerto Es-Dur für Oboe, Streicher und B.c. 00:13:38
Johann Georg Pisendel
8Concerto g-Moll für 2 Oboen, Streicher und B.c. 00:11:38
Johann Friedrich Fasch
11Ouverture G-Dur für 2 Oboen, Streicher und B.c. 00:13:33
Giuseppe Valentini
14Concerto D-Dur für Oboe, Violine, Streicher und B.c. 00:10:15
Anon.
18Concerto F-Dur für Oboe, Streicher und B.c. 00:07:07
Johann David Heinichen
21Concerto c-Moll für Oboe, Violine, Streicher und B.c. 00:03:03

Interpreten der Einspielung

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