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CD-Besprechung

Accent ACC 24186

1 CD • 69min • 2007

21.07.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

„Ist Herr Wagenseil nicht hier? Der soll herkommen. Der versteht es.“ Mit diesen Worten verlangte der sechsjährige Wolfgang Mozart nach dem Hofkomponisten der Kaiserin Maria Theresia, als Vater Leopold Mozart seine beiden „Wunderkinder“ dem Kaiserpaar in Wien präsentierte. Wagenseil wurde geholt und durfte dem Knirps umblättern: „Ich spiele ein Konzert von Ihnen, Monsieur Wagenseil. Sie müssen mir umwenden.“ So wurde der Komponist wenigstens in der Anekdote unsterblich, wenn seine Musik auch bald nach seinem Tod der Vergessenheit anheimfiel.

Georg Christoph Wagenseil (1715-1777), nur ein Jahr jünger als Carl Philipp Emmanuel Bach, gehört nicht zu den Komponisten der Vorklassik, die sich einen Ruf als Erneuerer und Wegbereiter künftiger Zeiten haben schaffen können. Wagenseils Heimatstadt Wien war allerdings ein Brennpunkt der europäischen Politik ebenso wie ein Zentrum der Kunstpflege. Die musikalische Ausbildung Wagenseils lag in den Händen von Johann Joseph Fux, der höchsten Wiener Autorität in Fragen des Kontrapunkts und Verfasser des berühmten Kompositionslehrbuchs Gradus ad parnassum, nach dem noch Mozart gelernt hat.

Unter den Händen der Habsburger Dynastie gediehen in Wien die Künste – vor allem die Musik, waren doch Maria Theresias Urgroßvater und Großvater, die Kaiser Ferdinand III. und Leopold I., selbst gute Musiker und fähige Komponisten gewesen. Indes war Maria Theresia eine sparsame Herrscherin, und Wagenseil bekam die Auswirkungen ihrer genügsamen Hofhaltung zu spüren: Selbst wenn sie ihn, ihren ehemaligen Cembalolehrer, nach Kräften förderte, bedeutete das keinesfalls, dass er dieselben klingenden Titel und fürstlichen Gehälter erhielt wie die italienischen Hofmusiker der freigebigen Ahnen Maria Theresias.

Zu Lebzeiten war Wagenseil ein hochgeschätzter Komponist, und angesichts der Qualität der hier eingespielten Konzerte nimmt es Wunder, dass im gegenwärtigen deutschen Tonträgerangebot nur sieben CDs ausschließlich seiner Musik gewidmet sind. Drei der vier Konzerte dieser CD sind Erstaufnahmen, die Noten waren in alten Bibliotheksbeständen verborgen – beispielsweise im tschechischen Kromí, unter dem Namen Kremsier Residenz der Fürstbischöfe von Olmütz. Im Fall des Harfenkonzerts in F-Dur hatte es das in der Berliner Staatsbibliothek verwahrte Exemplar als Beutekunst bis nach Moskau verschlagen. So erklingt hier als Premiere die Schwester des Harfenkonzerts in G-Dur, Wagenseils bisher auf vielen Sammelprogrammen am meisten verbreitetes Werk.

Das Ensemble Echo du Danube macht sich zum beredten Anwalt dieser Musik, mit Charme trifft es den galanten Ton der Werke, die mit reichlich Finessen gespickt nie ins Belanglose abgleiten. So kann man dem kleinen Wolfgang Mozart nur recht geben: Wagenseil – der versteht es!

Detmar Huchting [21.07.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Christoph Wagenseil
1Concerto Es-Dur WWW 345 00:16:25
4Concerto F-Dur WWW 281 00:17:14
7Concerto A-Dur WWW 325 00:19:17
10Concerto D-Dur WWW 342 00:15:36

Interpreten der Einspielung

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