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CD/SACD stereo-Besprechung

Tudor 7147

1 CD/SACD stereo • 55min • 2005/2006

16.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Inzwischen haben Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker bei Tudor schon eine beachtenswerte Diskographie erarbeitet. Allein die Schubert-Gesamtaufnahme, das Janácek-Programm mit einer hinreißenden Sinfonietta und die nicht minder fesselnde Darstellung der dritten Sinfonie von Anton Bruckner, endlich auch Gustav Mahlers fünfte Sinfonie zeigen allesamt immer wieder ein Charakteristikum, das sich offenbar aus einer vorzüglichen Begegnung orchestralen und dirigentischen Temperaments ergibt: daß nämlich die singende Linienführung, die Transparenz und gleichzeitige Fülle des Orchesterklangs, die Detailgenauigkeit, das vorzügliche Panorama und die feine Tiefenstaffelung seiner Ausführungen dem Hörer selbst vertrauteste Werke in neuen Facetten erscheinen lassen können, ohne daß es dabei jemals zu dieser unschönen Lehrerhaftigkeit käme, die uns um jeden Preis „beibringen” will, wie anders doch alles ist und wie schief wir bisher gelegen haben.

Dieselben Merkmale entdecke ich in dieser neuen Aufnahme der ersten Mahler-Sinfonie wieder, die tatsächlich sehr eigenständig aufgefaßt und dabei in einer geradezu klassischen Selbstverständlichkeit musiziert wird. Das erste Indiz liefert bereits der Verzicht auf die Blumine, die zwar ohne Frage ein niedliches Postkartenstückchen, mit ihrer übermäßigen Sentimentalität aber doch auch ein Störenfried im Gesamtgefüge ist – vor allem dann, wenn das viersätzige Werk in die sinfonische Tradition eingebettet werden, mithin mehr wie ein kompositorisches Gesellenstück klingen soll, in dem die bewundernswerte Stimmführung, die Wegbeschreibung der einzelnen Linien und Motive wichtiger und vordringlicher sind als das Leidensbekenntnis eines romantisch zerrissenen Geistes. Gerade, weil Nott diesen vielstrapazierten Aspekt scheinbar hintanstellt, weil er auf die exquisite Durchsichtigkeit des Bauwerks zielt und damit der so beliebten Rührseligkeit selbst im Finale aus dem Wege geht, in dem schon mancher über die langausgesponnenen Sommerfäden gestolpert ist – eben deshalb wird er am Ende auch dem vermeintlich so komplexen Innenleben Mahlers gerecht: Denn die Stimmen, die in ihm und aus seiner Musik sprechen, sind nicht nur die seinen; wir kennen sie selbst in verschiedenen, idiosynkratischen Auspräägungen; und wenn sie dann in solch klingender Reinheit, solch vorzüglich abgestimmten Tempi mit-, neben- und gegeneinander agieren wie in dieser Aufnahme, muß Mahler nicht sentimental angepinselt werden, damit er wahrhaftig wirkt.

Rasmus van Rijn [16.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gustav Mahler
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Interpreten der Einspielung

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