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CD-Besprechung

L.v. Beethoven • Erzherzog Rudolf von Österreich • E. von Lannoy

cpo 1 CD 777 224-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.02.08

cpo 777 224-2

1 CD • 68min • 2006

Der Altmeister der Klarinette und unermüdliche Repertoire-Pionier Dieter Klöcker legt eine neue CD vor, die aufs Trefflichste Musikgenuss mit der Vermittlung musikhistorischer Einsichten verknüpft. Ludwig van Beethovens Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier B-Dur op.11 aus dem Jahr 1797 ist – zumindest unter Kammermusikfreunden – hinreichend bekannt als eines der ersten Werke, das (wie vor ihm Mozarts Kegelstatt-Trio) den Versuch unternimmt, ein Blas-, ein Streich- und ein Tasteninstrument miteinander zu kombinieren. Später hat Beethoven auf Wunsch seines Verlegers die Klarinettenstimme für Violine umgeschrieben, wodurch das Werk allerdings an Originalität verliert. Auch das Thema des abschließenden Variationen-Satzes soll Beethoven von seinem Verleger erhalten haben und sehr verärgert gewesen sein, als er im Nachhinein erfuhr, dass es sich um eine damals gerade äußerst populäre Melodie aus der Oper L’amor marinaro von Joseph Weigl handelte, die die Leute auf der Straße pfiffen – also einen sogenannten „Gassenhauer“ (umso unwahrscheinlicher erscheint es, dass der Meister sie nicht gekannt haben soll…).

Wie auch immer – das B-Dur-Trio ist mit seinem glanzvollen Kopfsatz, dem gesanglichen Adagio und dem phantasievollen Variationen-Finale ein dankbares Werk, das schnell seine Bewunderer fand und andere Komponisten dazu animierte, sich ebenfalls an diese Besetzung zu wagen.

Zwei dieser Nachfolge-Kompositionen, die jedoch weit über das Epigonale hinausgehen, stellt Klöcker auf seiner CD dem Beethovenschen Opus an die Seite: Das Es-dur-Trio von Erzherzog Rudolph von Österreich, dem Widmungsträger von Beethovens Missa solemnis, und das Trio op.15 des aus Belgien stammenden Eduard Freiherr von Lannoy, der wie Rudolph im Vorstand der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde aktiv war. Lannoy schrieb, angeregt durch die Bekanntschaft mit Rudolphs Kammerherrn Graf Troyer, einem ausgezeichneten Klarinettisten (dem auch Schuberts Oktett zu verdanken ist), eine Reihe von Werken, in denen die Klarinette eine führende Rolle spielt. Das dem Erzherzog Rudolph gewidmete B-Dur-Trio weist durchaus romantische Züge auf. Erzherzog Rudolph, Klavierschüler und lebenslanger Freund Beethovens, stellt wie dieser einen Variationen-Satz an den Schluss seines Trios. Das Thema stammt von Rudolphs 1806 in der Schlacht bei Saalfeld gefallenem Freund Prinz Louis Ferdinand von Preußen, und der Satz erscheint immer wieder melancholisch eingetrübt. Erst die etwas an Rossini gemahnende Coda vertreibt die Schatten.

Klöcker ist der impulsgebende Spiritus rector der Einspielung, gegenüber dem sich seine Mitstreiter ein wenig zurückhalten. Er hat auch den kenntnisreichen Begleittext im Booklet beigesteuert, das zudem mit Fotos und Faksimiles ausgestattet ist. In jeder Hinsicht also eine runde Sache.

Sixtus König † [20.02.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Trio B-Dur op. 11 für Klarinette, Violoncello und Klavier (Gassenhauertrio) 00:20:51
4 E. von Lannoy Trio B-Dur op. 15 für Klarinette, Violoncello und Klavier 00:25:10
8 Erzherzog Rudolf von Österreich Trio Es-Dur für Klarinette, Violoncello und Klavier 00:22:11

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dieter Klöcker Klarinette
Guido Schiefen Violoncello
Olaf Dreßler Klavier
 
777 224-2;0761203722426

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