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CD-Besprechung

O. Schoeck

BIS 1 CD 1597

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 13.06.07

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BIS 1597

1 CD • 62min • 2006

Der Schweizer Othmar Schoeck (1896-1957) findet im Konzertsaal noch immer nicht die ihm gebührende Beachtung, zudem stehen seine Instrumentalkompositionen sehr zu Unrecht im Schatten seiner Vokalwerke. Seine an die vierhundert Lieder haben ihm den Ruf eines der letzten Meister dieses Genres eingetragen und damit den Blick auf das nur quantitativ, keinesfalls aber qualitativ bescheidenere Instrumentalwerk verstellt. Da ist eine Veröffentlichung wie die vorliegende höchst willkommen, die ein Instrument in den Mittelpunkt stellt, zu dem der Komponist von Haus aus eine besondere Beziehung hatte: Schoecks Bruder Walter, hauptberuflich Hotelier, war ein exzellenter Amateur-Cellist, und gemeinsam pflegten sie neue Werke mit Cello und Klavier im elterlichen Hause durchzuspielen.

Das Cellokonzert entstand 1947 und wurde 1948 durch Pierre Fournier uraufgeführt. Schoeck war ein Meister wirkungsvoller Orchestration, was er gut zwanzig Jahre zuvor in seiner Oper Penthesilea unter Beweis gestellt hatte. Hier in seinem Spätwerk verzichtete er – wie auch in dem vier Jahre später geschriebenen Hornkonzert – auf die große Besetzung und beschränkte sich auf das Streichorchester, aus der sich die Stimme des Solocellos löst, ihren eigenen Weg geht und wieder in die Gemeinschaft zurückfindet. Das viersätzige, mehr als halbstündige Werk stellt an die Ausführenden gestalterisch erhebliche Ansprüche, denen der Schweizer Cellist Christian Poltéra und das Sinfonieorchester von Malmö in hohem Maße gerecht werden. Sie spüren einfühlsam der Schoeckschen Lyrik nach, legen behutsam die kontrapunktischen Verflechtungen offen, genießen ohne Auftrumpfen die „Gesänge ohne Worte“ und lassen das Presto-Scherzo filigran vorüberhuschen.

Die Fragment gebliebene Cello-Sonate, Schoecks letzte Komposition, bildet die sinnvolle Ergänzung, denn eine Aufführung des zehn Jahre früher entstandenen Konzertes gab den Anstoß zur Komposition. Auch thematisch nimmt die Sonate bewusst Bezug auf das frühere Werk. Abgerundet wird das Programm durch sechs Lied-Transkriptionen, die angesichts der von Schoeck selbst geübten Praxis, auf Konzerttourneen mit dem Geiger Stefi Geyer eigene Lieder zu spielen, durchaus legitim erscheinen und nochmals darauf verweisen, dass im kantablen Melos der Ursprung von Schoecks musikalischem Schaffen liegt.

Sixtus König † [13.06.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 O. Schoeck Konzert op. 61 für Violoncello und Streichorchester 00:32:06
5 Sonate für Violoncello und Klavier 00:16:16
8 In der Herberge op. 7 Nr. 3 00:01:40
9 Winternacht op. 30 Nr. 3 00:02:11
10 Nachklang op. 30 Nr. 7 00:02:23
11 Nacht op. 30 Nr. 9 00:01:39
12 Epigramm op. 31 Nr. 5 00:01:52
13 Der Reisebecher op. 60 Nr. 19 00:02:05

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christian Poltéra Violoncello
Julius Drake Klavier
Malmö Symphony Orchestra Orchester
Tuomas Ollila Dirigent
 
1597;7318590015971

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