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CD-Besprechung

J.M. Hauer

cpo 1 SACD stereo/surround 777 154-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 10.04.07

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cpo 777 154-2

1 SACD stereo/surround • 73min • 2004, 2005

Eine bedeutende diskographische Pioniertat: die meinem Wissen nach erste Einspielung großer Orchesterwerke von Josef Matthias Hauer (1883–1959), der bisher überwiegend Musikhistorikern als eigentlicher Entwickler der Zwölftonmusik bekannt war. Schon bei der Einspielung früher Klavierwerke durch Herbert Henck (Wergo 6609) fand ich es schwer zu glauben, das ein Komponist solchen Formats nicht längst größere Anerkennung gefunden hat – ungeachtet der Tatsache, daß noch zu seinen Lebzeiten immerhin Koryphäen wie John Cage, Otto Klemperer und Hermann Scherchen zu seinen Bewunderern zählten. Dabei ist noch zu bedenken, daß auch die hier eingespielten Kompositionen nur vier von 92 mit opus-Zahlen versehenen Werken sind – gar nicht zu reden von den zahllosen, unnumerierten “Zwölftonspielen”, die Hauer ab 1940 ausschließlich schrieb und von denen ebenfalls wenigstens zwei hier endlich einmal zu Gehör gebracht werden.

Der Pianist und Komponist Robert Michael Weiß, Schüler eines Schülers von Hauer, hat zu der Produktion einen umfassenden Beihefttext beigesteuert. Bei allen analytischen Hinweisen wird daraus vor allem klar, daß es sich bei Hauers Werken eben keinesfalls um lediglich hörbar gemachten Konstruktivismus, sondern um höchst lebendige, organische Musik handelt, von der diese Einspielungen auf das Schönste Zeugnis ablegen. Ausgehend von der bestürzenden Apokalyptischen Phantasie op. 5 (1913) führt uns die Dramaturgie der CD chronologisch durch die drei Schaffensphasen Hauers und zeigt seine Entwicklung als Klanggestalter auf. Thomas Christian spielt das Violinkonzert op. 54 mit größter Selbstverständlichkeit, wie jedes andere Meisterwerk dieses Genres – ein nachdrückliches Plädoyer an seine Kollegen, sich ebenfalls dieses spielfreudigen, klangsinnlichen Stückes anzunehmen, das sich auch dem Hörer ohne weiteres erschließt. Das RSO Wien unter Gottfried Rabl läßt an Engagement nichts zu wünschen übrig, selbst wenn die Streicher in den vertrackten Zwölftonspielen gelegentlich an Grenzen stoßen. Auch der Gesamtklang ist sehr gut – schon im CD-Modus plastisch und warm, im Surround-Sound dann aber von überwältigender Klangfülle. Einziger Wermutstropfen ist die vielleicht übergroße Bescheidenheit des Beiheftes: Es ist nicht explizit vermerkt, ob es sich um Ersteinspielungen handelt, und es hätte mich auch interessiert, ob der Autor Weiß auch als Pianist mitgewirkt hat. Diese Produktion kann nicht warm genug empfohlen werden und gehört in jede besser sortierte Sammlung.

Dr. Benjamin G. Cohrs [10.04.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.M. Hauer Apokalyptische Phantasie op. 5
2 Romantische Phantasie op. 37
3 Suite Nr. 7 op. 48 für Orchester
4 Violinkonzert op. 54
5 Zwölftonspiel für Orchester (9.8.1957)
6 Zwölftonspiel für Orchester (22.9.1957)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Thomas Christian Violine
Radio-Symphonieorchester Wien Orchester
Gottfried Rabl Dirigent
 
777 154-2;0761203715428

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