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CD-Besprechung

Carlo Tessarini Introducioni a 4, Op. XI Libir 2-4

Carlo Tessarini<br />Introducioni a 4, Op. XI Libir 2-4

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 05.04.07

Hungaroton HCD 32303

1 CD • 63min • 2006

Carlo Tessarini genoss zu Lebzeiten einen ausgezeichneten Ruf als Violinvirtuose und Komponist. Er war zunächst als „Maestro dei concerti“ an einem der Waisenhäuser Venedigs tätig, ab 1720 auch als Geiger in der Kapelle des Markus-Doms, bevor er 1731 eine Anstellung an der Kathedrale von Urbino annahm. Später wirkte er für einige Jahre als Kapellmeister des Kardinals Schrattenbach in Brünn. Danach, bis zu seinem Tode 1766, finden wir ihn auf Konzertreisen durch ganz Europa, u.a. in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, wo sich letztlich seine Spur verliert. Tessarini war – neben seinem Wirken als Geiger – auch ein fruchtbarer Komponist. Seine Musik muss sich einiger Beliebtheit erfreut haben, zumal sie zwischen 1729 und 1763 in zahlreichen Drucken aus Italien, Frankreich und den Niederlanden überliefert ist. Naturgemäß konzentriert sich Tessarinis kompositorisches Augenmerk zunächst vor allem auf die Violine (Sonaten, Duette, Trios und Concerti), später schreibt er aber auch für größere Besetzungen. Sein Stil ist – insbesondere in späteren Kompositionen, wie den hier eingespielten, 1748 veröffentlichten Introducioni à 4 – klar der vorklassischen Periode zuzuordnen (wobei ich die Eigenständigkeit dieser Epoche durchaus hervorheben möchte!).

Balász Maté stellt mit dieser Ersteinspielung die zweite Folge aus dem umfangreichen Opus XI des italienischen Meisters vor. Es handelt sich dabei größtenteils um dreisätzige Sinfonien, die sich durch eine überraschende Vielfalt in Form und Faktur der Einzelsätze auszeichnen. Maté hat einigen Stücken (durchaus dezent und effektvoll) Bläserpartien hinzukomponiert, was der Charakteristik noch mehr Leuchtkraft verleiht. Maté und seinem Ensemble (auf historischem Instrumentarium) ist hier eine musikgeschichtlich interessante Ausgrabung gelungen, die wieder einmal belegt, dass die sog. Wiener Klassik nur auf einem fruchtbaren Boden wachsen konnte. Das Ensemble Aura musicale spielt frisch und solide, lediglich der Gesamtklang wirkt (wohl aufgrund der Tontechnik) etwas pauschal und wenig gestaffelt. So sehr sich Hungaroton immer wieder um zu Unrecht Vergessenes verdient macht, so sehr gräbt man sich mit einem unsäglich dilettantischen Cover-Design selbst eine Grube. Die Musik und die Qualität der Einspielung hätte Besseres verdient.

Heinz Braun [05.04.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Tessarini Introducione G-Dur op. 11 Nr. 10 (a 4, Libro IV)
2 Introducione E-Dur op. 11 Nr. 11 (a 4, Libro IV)
3 Introducione D-Dur op. 11 Nr. 12 (a 4, Libro IV)
4 Introducione g-Moll op. 11 Nr. 4 (a 4, Libro II)
5 Introducione F-Dur op. 11 Nr. 5 (a 4, Libro II)
6 Introducione A-Dur op. 11 Nr. 6 (a 4, Libro II)
7 Introducione Es-Dur op. 11 Nr. 9 (a 4, Libro III)
8 Introducione A-Dur op. 11 Nr. 7 (a 4, Libro III)
9 Introducione C-Dur op. 11 Nr. 8 (a 4, Libro III)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Aura Musicale Ensemble
 
HCD 32303;5991813230324

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