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CD-Besprechung

La Note d'Or

La Note d’Or

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 29.12.06

dreyer.gaido 21031

1 CD • 59min • 2005

Hier haben wir es nicht mit einem beliebigen Recital französischer Kunstlieder (Mélodies) zu tun, sondern mit einem klug zusammengestellten Programm, das an vier signifikante Komponisten einen neuen Aufbruch der musikalischen „ars gallica” im Frankreich des Fin de siècle demonstriert. Bemerkenswert, dass eine Sängerin deutscher Zunge und Musiker aus Litauen sich dieser Aufgabe mit hoher Kompetenz und spürbarer Leidenschaft gestellt haben.

Es ist unmöglich, von dem wahrlich herzerwärmenden Spiel des iurlionis Quartetts nicht bezaubert zu werden, das nicht nur Ravels 1903 fertiggestelltes Streichquartett F-Dur in einer exemplarischen Interpretation vorführt, sondern auch den unterschiedlichen Liedkompositionen jene Wärme mitteilt, die man in einer reinen Klavierversion oft vermisst. Das wird evident bei Gabriel Faurés Zyklus von neuen Liedern auf Texte von Paul Verlaine, La Bonne Chanson. Bekannt ist die Fassung mit Klavierbegleitung, da der Komponist seine für eine Londoner Aufführung (1898) um das Streichquartett erweiterte Version als zu kompliziert wieder verworfen hatte. Doch er war im Irrtum. Der Farbenreichtum und die Klangsinnlichkeit dieser Zweitfassung vertiefen die poetische Wirkung der Lieder beträchtlich. Ernest Chaussons im selben Jahr entstandenes Chanson perpétuelle zeigt bei aller volksliedhaften Schlichtheit Reflexe des in jener Zeit grassierenden „Wagnérisme”, dem auch der früh verstorbene belgische Franck-Schüler Guillaume Lekeu (1870-1894) anhing. Sein in diese Kollektion aufgenommenes Nocturne zeigt Talent, aber noch keine ausgeprägte Handschrift.

Die Sopranistin Verena Rein, von dem Pianisten Sergej Okruko und dem iurlionis Quartett sensibel sekundiert, gestaltet die Lieder ohne die Distanz und Diskretion, die man von den meisten französischen Interpreten gewohnt ist, vielmehr mit großer Passion und einer Tendenz zum Dramatischen. Das ist stilistisch vielleicht ungewohnt, überzeugt aber durch den künstlerischen Ernst und Nachdruck und – nicht zuletzt – durch die Stimmqualität der Sängerin.

Ekkehard Pluta [29.12.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Chausson Chanson perpétuelle op. 37 für Alt, Klavier und Streichquartett
2 G. Lekeu Nocturne (aus den "Trois poèmes")
3 M. Ravel Streichquartett F-Dur op. 35
4 G. Fauré La bonne chanson op. 61 für Sopran, Streichquartett und Klavier

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Verena Rein Sopran
Ciurlionis Quartett Ensemble
Sergejus Okrusko Klavier
 
21031;4260014870310

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