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CD-Besprechung

D. Scarlatti

Zig Zag Territoires 1 CD ZZT060202

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 01.09.06

Zig Zag Territoires ZZT060202

1 CD • 67min • 2005

Es ist und bleibt ein darstellerisches Problem, viele Scarlatti-Sonaten sozusagen „en suite“ zu spielen. Wenn man nicht die Autorität und (Wieder-)Erfindungsgabe eines Horowitz’ hat, dann sollte man besser eine Auswahl treffen und diese kleinen, genialen Stücke so vortragen, als seien sie jeweils das Wichtigste, das Unvermeidlichste der musikalischen Welt. Racha Arodaky (woher kommt sie, wie alt ist sie? – nichts in der an sich wortreichen Booklet-Biographie wird vermeldet!) – Racha Arodaky also fährt durch die raschen der 18 Scarlatti-Sonaten im Tonfall einer routinierten, von ihren Möglichkeiten anscheinend überzeugten Pianistin, aber ich vermisse in ihrem Vortrag solche Momente des Zögernden, des melodisch Bezaubernden, die nach vielen, vielen Stunden jüngster und älterer LP- und CD-Scarlatti-Begegnungen in Erinnerung bleiben würden. Als Beispiel nenne ich nur die neapolitanisch bewegte, offenherzig brillante d-Moll-Sonate K 1 (L 366), die Frau Arodokay heruntersprudelt, als habe sie sich nie mit den beiden – nämlich neapolitanischen und spanischen – Charakterseiten der Scarlatti-Sonaten auseinandergesetzt. Hier ist es der süditalienische Scarlatti – und selbst wenn man flinke Finger hat, sollte man einem solchen Stück Atem, gleichsam musikgeologischen Lebensraum lassen und nicht im Etüdenstil über diese schöne, silbrige, lebenslustige Szenerie hinwegrauschen. Aldo Ciccolinis EMI-Einspielung möchte ich in diesem Zusammenhang als vorbildlich bezeichnen, was Eleganz, pianistische Feinfühligkeit und in letzter Konsequenz die Inszenierung einer klavieristischen Bühnenvorlage anbetrifft.

Die langsamen Stücke trifft Racha Arodokay mit guter Einfühlung in den dringlichsten Fragen der Tempo- und Impulsgebung. Aber ich wage zu behaupten, sie könnte sich stärker, selbstvergessener versenken, wenn sie sich intensiver auf das eine oder andere Stück konzentriert hätte. Die Westminster-Aufnahme von Clara Haskil wäre hier als Gestaltungswegweiser zu nennen.

Peter Cossé † [01.09.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Scarlatti Sonate f-Moll K 466 L 118 – Allegro
2 Klaviersonate Es-Dur K 193 L 142
3 Sonate K 32 – Aria
4 Sonate d-Moll K 1
5 Sonate cis-Moll K 247
6 Sonate A-Dur K 208 L 238
7 Sonate A-Dur K 209
8 Sonate d-Moll K 9
9 Sonate d-Moll K 213
10 Sonate G-Dur K 427
11 Klaviersonate h-Moll K 87 L 33
12 Sonate Es-Dur K 474 L 203 P 502 – Andante e cantabile
13 Sonate A-Dur K 457 L 292 – Allegro
14 Sonate f-Moll K 481 L 187 – Andante e cantabile
15 Sonate C-Dur K 159
16 Sonate f-Moll K 462 L 438 – Andante
17 Sonate B-Dur K 551
18 Sonate g-Moll K 30 (Katzenfuge)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Racha Arodaky Klavier
 
ZZT060202;3760009291119

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