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CD-Besprechung

Eugène Ysaye Chant d'hiver Works for Violin & Orchestra

Eugène Ysaye<br />Chant d’hiver<br />Works for Violin & Orchestra

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 18.04.06

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cpo 777 051-2

1 CD • 77min • 1998, 1999

Eugène Ysaye (1858-1931) war in erster Linie einer der wichtigsten und stilbildenden Geiger seiner Zeit, ein brillanter Virtuose, der die Kunst des Geigenspiels entscheidend beeinflusst hat. Seine sechs Solosonaten für Geige gelten zu Recht als Prüfstein für jeden großen Geiger, wer sie spielen kann, der hat es weit gebracht. Ysaye war außerdem ein einflußreicher Lehrer, Komponist und Dirigent. Die auf dieser CD versammelten Werke für Violine und Orchester präsentieren allerdings nicht den mit aberwitziger Technik, ja Akrobatik aufwartenden Violinvirtuosen, sondern einen spätromantischen Komponisten, der versonnene, meditative und stimmungsvolle Werke schreibt – üppig bis schwelgerisch im Klang, nie aggressiv, sondern eher moderat im Ton.

Zu hören sind im wesentlichen Charakter- und Stimmungsstücke, Klangpoemes, die Yasye für sein Instrument und Orchester komponierte: Das Poème élégiaque, Vorbild für das berühmter gewordene Poème von Ernest Chausson, integriert die Solovioline stark ins Orchester, lässt aber keinen Dialog zwischen Solo und Orchester entstehen. Chant d’hivers, das wiederum von Chausson inspiriert worden scheint, bietet stimmungsvolle Musik mit viel Gefühl. Die Berceuse ist kurz, sehr getragen, eine Art ewiger Melodie, die fast stillzustehen scheint, während Les neiges d’Antan sich als moderat spielerische Szene für Violine und Orchester entpuppt. Das Divertimento charakterisiert der Solist Albrecht Breuninger als eine Art „musikalischen Jugendstil“, ein Werk, bei dem „das Dekor, die Umspielung, die kleine rhetorische Floskel zum Thema wird“ – und so spielt er es denn auch. Eigenwillig ist schließlich das Violinkonzert, das man als eine spätromantische Variante des concerto grosso begreifen kann „nur mit Streichern besetzt und die Solovioline mitten darin“ (Breuninger). Das dreisätzige Konzert kommt direkt zur Sache, bedarf keiner Einleitung. Seinem Charakter nach ist es eher eine Fantasie oder Tondichtung mit solistischer Violine denn ein Konzert im strengen oder klassischen Sinn.

Albrecht Laurent Breuninger und die Norddeutsche Philharmonie werben mit großer Klangintensität, Subtilität und Inbrunst für diese Werke, die man im Konzertsaal so gut wie nie zu hören bekommt. Freilich bleibt beim Hören hintereinander neben aller Bewunderung für die solistische und orchestrale Leistung der Eindruck einer gewissen Gleichförmigkeit und Monochromie in Ton, Gestus und Bewegung. Es scheint, als verändere Ysaye sein Thema immer wieder nur sehr leicht. Den Geigern bietet er dabei gerade nicht, was man erwarten würde: die Gelegenheit, sich virtuos hervorzutun. Das kann dem Hörer zwar recht sein, doch andererseits ist soviel des klanglichen Schwelgens und der Melancholie denn doch zu viel auf einmal.

Dr. Helge Grünewald [18.04.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Ysaÿe Poème élégiaque op. 12
2 Chant d'hivers h-Moll op. 15
3 Berceuse f-Moll op. 20
4 Les neiges d'antan op. 23
5 Violinkonzert Nr. 8
6 Divertimento op. 24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Laurent Albrecht Breuninger Violine
Nordwestdeutsche Philharmonie Orchester
Welisar Gentscheff Dirigent
 
777 051-2;0761203705122

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