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CD-Besprechung

J.S. Bach

Cantatas 29

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.01.06

Klassik Heute
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BIS 1461

1 SACD • 72min • 2004

Kantaten aus Bachs zweitem Jahr im Leipziger Thomaskantorat vereint Masaaki Suzuki auf der 29. Folge seiner Gesamteinspielung der Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach. Zwei dieser Kantaten zeichnen sich durch die Verwendung eines Instruments aus, das auch schon zu Bachs Zeiten als altmodisch gelten musste. Der Zink hatte in Renaissance und im Früh- und Hochbarock seine Stimme im Bläserchor mit Stolz und Würde erhoben, in der Spätzeit der barocken Epoche hingegen erfreute sich das schwierig zu intonierende Instrument trotz seiner unbestreitbaren klanglichen Reize keiner großen Beliebtheit; der Zink war den Anforderungen der neuen Zeit, was Geschmeidigkeit und Virtuosität anging, nicht mehr gewachsen. Was interessiert eine schöne Stimme, wenn die Koloraturen nicht gemeistert werden – diese grausame Wahrheit aus der Welt der Oper wurde auch dem Zink zum Verhängnis. Bach hingegen versicherte sich seiner spröden Schönheit gelegentlich, vermutlich, wenn er gute Spieler für das Instrument fand. Da traf es sich gut, dass sein Wirkungsfeld ab 1723 in Leipzig musikalisch eher konservativ war. Als er 1723 seinen Dienst in der Stadt antrat, besaß die Stadtpfeiferzunft noch Instrumente, die auf den Ton von 392 Hz gestimmt waren statt der nach neuester französischer Mode in vielen Residenzen üblichen 415 Hz. Diese Tonhöhe kam dem Zink perfekt entgegen, und so fand der neue Kantor bei den Stadtpfeifern (die traditionell die Instrumentalensembles der Stadt mit Blasinstrumenten ergänzten) Musiker vor, die seine Kompositionen mit ein wenig altmodischen, aber durchaus reizvollen Klangeffekten bereichern konnten.

Masaaki Suzuki und sein Bach Collegium Japan erweisen sich auch im 29. Teil ihrer Gesamteinspielung des Bachschen Kantatenwerks als unermüdliche Sachwalter dieser gewaltigen kulturellen Hinterlassenschaft. Suzuki vereint auf eine geradezu geniale Weise den Blick auf die Tradition, die Bachs Leistungen erst möglich machte, mit dem Gefühl dafür, welchen Genies es bedurfte, aus den Leistungen der Vorgänger ein Werk zu schmieden, das heute in der Kulturgeschichte des Abendlandes einzigartig dasteht.

Mit dieser Einspielung zeigt sich nicht nur Masaaki Suzuki sich als einzigartiger Interpret Bachscher Musik, er wird auch bestens unterstützt durch die Technik der Super-Audio-CD, die diese Musik mit einer Wahrhaftigkeit abbildet, die noch vor wenigen Jahren echten Musikfreunden als unvorstellbar erschienen ist, so nahe kommt sie in ihrer schlichten Perfektion des Klanges dem Live-Erlebnis. So hat auch das Label BIS seinen Anteil am Ruhm der vorliegenden Aufnahme, da es nicht nur treu zu einem Gesamtprojekt der Gesamteinspielung von Bach-Kantaten steht (Ton Koopman und John Eliot Gardiner mussten mit ihren Plänen für eine Gesamteinspielung des Bachschen Kantatenwerks andere Erfahrungen mit der Schallplattenindustrie machen!). Doch das schwedische Label leistet mehr: es finanziert auch die neueste (und durchaus teure!) Technik, um die Interpretationen von Masaaki Suzuki und seinem Bach Collegium Japan im besten Licht zu präsentieren.

Detmar Huchting [24.01.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Ach Herr, mich armen Sünder BWV 135 (Kantate)
2 Ach Gott, vom Himmel sieh darein BWV 2 (Kantate)
3 Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 3 (Kantate)
4 Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 38 (Kantate)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dorothee Mields Sopran
Pascal Bertin Countertenor
Gerd Türk Tenor
Peter Kooij Bass
Bach Collegium Japan Orchester
Masaaki Suzuki Dirigent
 
1461;7318599914619

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