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CD-Besprechung

L. Bernstein

Naxos 1 CD 8.559245

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 28.11.05

Naxos 8.559245

1 CD • 65min • 2005

Es zerreißt einem fast das Herz, wenn man zunächst hört, mit wieviel Seele und seidig-weichem Ton Philippe Quint die Serenade von Bernstein beginnt. Doch spätestens mit Beginn des Allegro wird man wieder mit einem Ruck auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Glasklar strukturiert, doch zugleich auch sachlich-nüchtern begleitet Marin Alsop den großartigen Geiger, dem ich für seine Leistung eine glatte 10 zuerkennen möchte. Doch Marin Alsop hat kaum Gespür für Farben und Nuancen (und für deren Abwesenheit ist das reine, große Streichorchester besonders anfällig, das hier sehr monochrom klingt). Sie versteht es oft nicht, in entscheidenden Momenten leicht voranzugehen oder zu verzögern, Übergänge zu gestalten, auch wenn alles makellos gespielt wirkt. Die Musik kommt bei ihr nicht ins Schwingen, sie bleibt statisch und spröde. Die Einspielungen der Serenade unter Bernstein selbst (Sony SM3K 47162) bleiben die bessere Wahl. Auch das kurze Ballett Facsimile, dieser sehr persönliche Ausdruck Bernsteins seiner Zerrissenheit zwischen Männern und Frauen, kommt eher routiniert daher. Bei Alsop bleibt musikalisch kaum etwas übrig von dem unwiderstehlichen Charme und zugleich der ständigen unterschwelligen Melancholie der Musik, die beispielsweise Paavo Järvi mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Wayne Marshall am Klavier 1997 so anrührend aus Facsimile gekitzelt hatte (Virgin Classics 5 45295 2). Das heiter-sorglose Divertimento, ein Stück Unterhaltungsmusik im besten Sinne, liegt Marin Alsop noch am besten, doch mag dieser positivere Eindruck auch am Orchester allein liegen, das schon ein kompetenter Sachwalter der Musik Bernsteins war, als noch Andrew Litton Ende der achtziger Jahre dort begann, Werke seines Landsmanns aufzuführen und bei Virgin einzuspielen (Marin Alsop wurde 2002 Principal Conductor). Abgesehen davon nennt das Beiheft zwar den Cellisten der in wenigen kurzen Passagen in der Serenade als Co-Solist fungiert, doch die Information, wer eigentlich in Facsimile den umfangreichen Klavierpart spielt, bleibt der Text schuldig.

Dr. Benjamin G. Cohrs [28.11.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Bernstein Serenade für Violine, Streicher, Harfe und Schlagzeug (nach Platons "Symposium", 1954)
2 Facsimile – Choreographic Essay für Orchester
3 Divertimento für Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Philippe Quint Violine
Bournemouth Symphony Orchestra Orchester
Marin Alsop Dirigent
 
8.559245;0636943924525

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