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CD-Besprechung

H.I.F. Biber • J.H. Schmelzer

harmonia mundi 1 CD HMU 907397

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.09.05

harmonia mundi HMU 907397

1 CD • 78min • 2004

Von den acht Messen, die zweifelsfrei von Biber stammen, ist die Missa Christi resurgentis (1674) die zweite und zugleich vielleicht die frischeste. Von ihrer Existenz wußte man seit langem, doch erst in jüngster Zeit konnte durch mühevolle Puzzlearbeit eine spielbare Version erstellt werden. Mit ihren beiden Vokalchören und je einem Streicher- und einem Bläserchor nutzt sie die antiphonalen Möglichkeiten des Salzburger Doms, der ja über vier Pfeileremporen verfügt, voll aus, was sie wiederum für eine Surround-Aufnahme wie geschaffen erscheinen läßt. In der Tat soll es von der vorliegenden Einspielung auch eine SACD im Mehrkanal-Format geben, doch zur Rezension hat Harmonia mundi nur die (preiswertere) Stereo-CD herausgegeben, auf der viele räumliche Effekte leider nicht erlebbar sind.

Die Interpretation ist durch und durch von jenem Enthusiasmus gekennzeichnet, mit dem Andrew Manze bereits Bibers Violinsonaten vorgestellt hat. Sänger und Instrumentalisten des English Concert musizieren brillant und mit einer bestechenden Perfektion, wobei ungeübte Hörer vielleicht die Trompetenfanfaren als unsauber empfinden könnten, obwohl sie gerade besonders rein, nämlich in unkorrigierter Naturtonstimmung gespielt sind. Gewöhnungsbedürftig sind für den einen oder anderen möglicherweise auch die etwas wuchtigen britischen Vokalbässe, die einen deutlichen Kontrast zu den sehr luziden Sopranen, Geigen und Zinken bilden. Doch das sind kleinere Einwände gegen eine Interpretation, die mit ihrem kultivierten Impetus zunächst einen sehr guten Eindruck von der katholischen Lebensfreude dieser Musik vermittelt – bis man die zeitgleich erschienene Einspielung von Andrew Parrott und dem New York Collegium (Kleos Classics 5135) heranzieht. Dann allerdings merkt man schlagartig, was dem English Concert noch fehlt: ein Sensus für die spirituelle Dimension solcher Werke. Manze nähert sich Biber eben von der Warte eines Geigers, während Parrott über die jahrzehntelange Erfahrung eines Chorleiters verfügt.

Theodor Schliehen [20.09.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H.I.F.  Biber Fanfare Nr. 4 (a due; aus: Sonatae tam Aris quam Aulis servientes)
2 Missa Christi resurgentis
3 Sonata für 6 Trompeten, Pauken und Basso continuo
4 J.H. Schmelzer Sonata XII (aus: Sacro-profanus concentus musicus)
5 H.I.F.  Biber Sonata XI (aus: Fidicinum sacro-profanum)
6 Fanfare Nr. 1 (a due - aus: Sonatae tam Aris quam Aulis servientes)
7 Sonata I (aus: Fidicinum sacro-profanum)
8 Sonata V (aus: Fidicinum sacro-profanum)
9 Sonata III (aus: Fidicinum sacro-profanum)
10 Sonata VII (aus: Fidicinum sacro-profanum)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Choir of The English Consort Chor
The English Concert Orchester
Andrew Manze Dirigent
 
HMU 907397;0093046739720

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