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CD-Besprechung

Ravel Orchestrations

Ravel Orchestrations

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 17.08.05

Talent DOM 2929 95

1 SACD • 61min • [P] 2005

Das Königlich-Philharmonische Orchester von Flandern, ansässig in Antwerpen, hat schon wieder einen neuen Namen – zumindest international: daheim „de Filharmonie“ genannt, hieß sie bis vor kurzem „Royal Flanders Philharmonic“, jetzt „Royal Flemish Philharmonic“. Es steht noch immer unter künstlerischer Leitung von Philippe Herreweghe, seit September 2002 aber zusätzlich auch unter der des jungen italienischen Dirigenten Daniele Calleghari, mit dem man verstärkt das Konzertrepertoire des 20. Jahrhunderts und insbesondere jene Werke erkunden möchte, die Herreweghe meist verschmäht.

Hier stellt sich Calleghari, der bisher vor allem mit Opern-Repertoire bekannt wurde, mit einem dramaturgisch interessanten, konzertanten CD-Projekt der Öffentlichkeit vor. Versammelt sind einige der Orchester-Bearbeitungen fremder Werke von Maurice Ravel – neben den unverwüstlichen Bildern einer Ausstellung von Mussorgsky seine Arrangements von Emmanuel Chabriers zündendem Menuet Pompeux, von Teilen aus Schumanns Klavierzyklus Carneval und zwei Klavierstücken von Claude Debussy. Die sind zwar aus verschiedenen Einspielungen anderer Dirigenten bekannt, fristeten jedoch eher ein Zugaben-Dasein und waren meines Wissens bisher nicht auf einer einzigen CD vertreten. Hier bekommen sie durch den Kontext jenes Gewicht, das ihnen auch zusteht.

Das Orchester musiziert tadellos; der Gesamtklang ist weit gefächert und sowohl im normalen Audio- wie auch im Surround-Modus gut durchhörbar, präsent und zugleich süffig, dynamisch dabei weit ausgelotet. Die Interpretationen wirken sehr gekonnt und routiniert, doch leider gelingen dem Dirigenten nur selten wirklich berückende Wirkungen. Die von ihm verbreitete Atmosphäre wirkt meinem Empfinden nach insgesamt eher kühl und ist nur selten dazu angetan, das Herz zu rühren. Wenn dies doch einmal geschieht, scheint dies eher am Orchester zu liegen (etwa Tr. 11 und 12), denn die Musiker legen immer wieder Seele in ihr Spiel (beispielsweise der Solotrompeter zu Beginn der Bilder Tr. 8); auch werden die Streicher auffallend kundig geführt und klingen sehr homogen.

Eine glänzende Visitenkarte also für das Royal Flemish Philharmonic, weniger für seinen Dirigenten.

Dr. Benjamin G. Cohrs [17.08.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A.E. Chabrier Menuet Pompeux (Bearb. für Orchester)
2 C. Debussy Danse (Bearb. für Orchester)
3 Sarabande (Bearb. für Orchester)
4 R. Schumann Carnaval (Bearb. für Orchester)
5 M. Mussorgsky Bilder einer Ausstellung (Bearb. für Orchester)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Royal Flemic Philharmonic Orchester
Daniele Callegari Dirigent
 
DOM 2929 95;5413969929957

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