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CD-Besprechung

Richard Wagner Der Ring des Nibelungen

Warner Classics 2564 62091-2

14 CD • 14h 50min • 1991, 1992

05.07.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Komplette Livemitschnitte der Ring-Tetralogie aus dem Bayreuther Festspielhaus wurden offiziell bisher erst drei veröffentlicht: aus dem Jahr 1966 unter Karl Böhm, 1980 unter Pierre Boulez und 1991/92 unter Daniel Barenboim. Dieses bisher letzte Bayreuther „Ring“-Dokument schneidet dabei am schlechtesten ab – und würde noch schwächer wirken, unterzöge man es einem Vergleich mit den Aufnahmen aus dem ersten Jahrzehnt der Neu-Bayreuther Ära, die Joseph Keilberth, Clemens Krauss, Hans Knappertsbusch und Rudolf Kempe dirigiert haben und die bislang nur auf dem „grauen“ CD-Markt greifbar sind. Schon Barenboims Leistung als Dirigent ist keineswegs ein Votum für die Veröffentlichung dieses Rings. Träge, schwerfällig und undramatisch nimmt sich sein Gang durch den Zyklus aus. Der schwarze Endzeitschatten der Götterdämmerung verdüstert bereits das heitere Spiel der drei Rheintöchter im Rheingold. In der Walküre (z. B. in grossen Teilen des 1. Akts, in der Todverkündigung des 2. Akts) überdehnt Barenboim manche Phrasen und Szenen derart, dass das Tempo auf der Stelle zu treten scheint und die vereinzelten dynamischen Aufschwünge gewollt und krampfhaft wirken. Aber noch desolater fällt die sängerische Bestandsaufnahme aus. John Tomlinson zeigt zwar gestalterisch gute Ansätze, ist aber als eigentlicher Bass mit der für ihn zu hoch liegenden heldenbaritonalen Tessitura des Wotan überfordert, was sich vor allem in den forcierten hohen Tönen offenbart. Nur mit einem Durchschnittssopran und dünner Höhe kann Anne Evans aufwarten, von deren Interpretation so gut wie nichts hängen bleibt, so farb- und gesichtslos ist ihr Porträt der Brünnhilde. Mit den beiden Siegfried-Partien übernimmt sich Siegfried Jerusalem heillos, findet nur zu einem Singen, das man allenfalls als Absichtserklärung bezeichnen könnte. Ein stimmlicher Lichtblick: Günter von Kannens Alberich, dessen dunkler Bassbariton mit enormer Ausdrucksintensität beeindruckt. Ein darstellerisches schwaches Wälsungenpaar sind Poul Elming und Nadine Secunde. Er verschenkt jede Gelegenheit zu lyrischer Emphase, sie wirkt zu matronenhaft und blass. Philip Kangs Hagen bleibt viel zu geheimnislos, vordergründig und primitiv, auch Graham Clark als Loge und Siegfried-Mime zeichnet eher Karikaturen als glaubhafte Charaktere. Allenfalls Durchschnittsleistungen erbringen Matthias Hölle als Fasolt und Hunding, Helmut Pampuch als Rheingold-Mime, Linda Finnie als Fricka, Birgitta Svendén als Erda, Bordo Brinkmann als Donner und Gunther. Wie eine Oase entspannten Wohllauts und sensibler Rollenverkörperung wirkt hingegen Waltraut Meiers Waltrauten-Erzählung in der Götterdämmerung.

Kurt Malisch † [05.07.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Wagner
1Das Rheingold
2Die Walküre
3Siegfried
4Götterdämmerung

Interpreten der Einspielung

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