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CD-Besprechung

P.H. Nordgren

BIS 1 CD 1356

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 22.06.05

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BIS 1356

1 CD • 67min • 2002

Pehr Henrik Nordgren, der Finne mit dem schwedischen Namen, und das Ostbottnische Kammerorchester verbindet seit dreißig Jahren eine innige Arbeitsbeziehung. Zwanzig seiner Werke, so erfahren wir, hat das Ensemble im Laufe der Zeit uraufgeführt, und wenn all diese Premieren derart fesselnd geraten sind wie die drei Kostproben auf der vorliegenden CD, ist das gute Verhältnis zwischen Schöpfer und Interpreten nur zu verständlich. Überall, selbst in dem nach neuem deutschen Sprachverständnis ein wenig wunderlich betitelten Transe-Choral (man muß es französisch lesen und als Todesangst & Choral übersetzen) mit seinem extrem langen, meditativen ersten Satz, der zunächst wie eine jener auf „Spieldauer mal Tantieme” komponierten GEMA-Musiken erscheinen könnte – auch hier vermitteln die Ausführenden unter der Leitung von Juha Kangas eine Authentizität, die einen wahrhaft vertrauten Umgang miteinander belegt.

Daß man dieses doch immerhin halbstündige Stück ans Ende der CD gestellt hat, ist dramaturgisch gar nicht mal so ungeschickt, denn es entsteht eine geradezu klassische Programmfolge, die mit einer regelrechten Ouvertüre beginnt – einem hinreißenden Streicherstück namens Rock Score, das Nordgren 1997 für den Konzertsaal der ostbottnischen Stadt Kaustinen komponiert hat, ein Gebäude, das ganz in einen Berg getrieben wurde. Gewaltige Klangfächer, ruhige, beinahe punktuelle Phasen, plötzlich hervorbrechende Tanzrhythmen und -melodien (!) resultieren in einem bunten, wahrhaft packenden Wechsel, der immer wieder in großen, regelrecht raumgreifenden Klanggesten kulminiert.

Auch das 1980 für das Ostbottnische Kammerorchester geschriebene erste Cellokonzert ist ein zwingendes und dankbares Werk: Zwei kurze Präludien leiten gewissermaßen aus zwei verschiedenen Richtungen zum konzertanten Hauptereignis hin, einem viertelstündigen Hymnus, der – wie die voraufgegangene Rock Music – den ganzen Facettenreichtum eines ungewöhnlich individuellen, stilistisch enorm beweglichen Komponisten vorüberziehen läßt.

Die Note für den Gesamteindruck fällt aus einem einzigen Grunde mager aus – weil die deutsche Übersetzung mit Neologismen aufwartet, bei denen ich nicht wußte, ob es „neue Rechtschreibung” (wenn es die denn gäbe) oder Unkenntnis ist: Das „Ungekünzelte” (= Ungekünstelte) und „Ungeprotzte” (wer wüßte nicht, was „abprotzen” heißt) waren die eindeutigen Höhepunkte dieses Textes.

Rasmus van Rijn [22.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P.H. Nordgren Rock Score op. 100 für 19 Streicher
2 Konzert Nr. 1 op. 50 für Violoncello und Streichorchester
3 Transe-Choral op. 67 für 15 Streicher

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marko Ylönen Violoncello
Ostrobothnian Chamber Orchestra Orchester
Juha Kangas Dirigent
 
1356;7318590013564

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