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CD-Besprechung

W. Byrd

Alpha Productions 1 CD 073

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 23.06.05

Klassik Heute
Empfehlung

Alpha Productions 073

1 CD • 53min • 2004

William Byrd (1542-1623) ist mit über achtzig Jahren für seine Zeit ein uralter Mann geworden, und er wird durch seine lange Lebensspanne zum Zeitzeugen und Mitgestalter der Wende von der Renaissance zum Barockzeitalter. Noch eine andere Spannungssituation hatte Byrd auszuhalten: Als Kind erlebte er die Reformierung der englischen Staatskirche unter Edward VI., dessen Vater Heinrich VIII. stets die Reinheit der katholischen Lehre in seiner neuen, von Rom unabhängigen anglikanischen Kirche verteidigt hatte. Das reformierte Abenteuer war mit dem frühen Tod Edwards VI. schnell vorbei, Schwester Maria „die Blutige“ führte eine rigorose Rekatholisierung des Landes durch, bis die Situation sich unter Elisabeth I. beruhigte, die eine gemäßigte Reformation einführte, die bis heute die anglikanische Kirche prägt. Die Situation der Katholiken war unter Elisabeth I. indes nicht rosig, und so emigrierten viele von denen, die ihren katholischen Glauben nicht aufgeben wollten, ins Ausland (in Antwerpen entstand damals eine beachtliche englische katholische Künstlerkolonie). Nicht so William Byrd, er blieb in England, er blieb in den Diensten der Königin, er blieb seinem katholischen Glauben treu, und er eckte nicht an. So diente er als Katholik der jungfräulichen Königin loyal als Mitglied ihrer Hofkapelle und war offensichtlich auch keinerlei konfessionellen Repressionen ausgesetzt, bis er sich 1618 vom aktiven Hofdienst zurückzog. Byrd genoß einen immensen Ruf, er hatte eine große Anzahl Schüler (u. a. Gibbons, Tomkins, Morley, Bull) und wurde schon von seinen Zeitgenossen mit dem Ehrentitel „Father of Music“ ausgezeichnet.

Mit etwa 130 erhaltenen Stücken gehört Byrds Schaffen für Tasteninstrumente zu den besonders gut überlieferten Œuvres seines Zeitalters. Gustav Leonhardt hat für sein Porträt des englischen Meisters eine Auswahl getroffen, die der Mannigfaltigkeit dieses Schaffens ebenso Rechnung trägt wie sie die durchgängig hohe kompositorische Meisterschaft Byrds unter Beweis stellt, ob es sich nun um eine Gaillarde von überströmender Fröhlichkeit handelt, um ein Variationswerk über eine populäre Melodie oder um eine sorgfältig auskomponierte Fantasie.

Leonhardt gehört inzwischen selbst zu den Altmeistern seiner Kunst: Es mag sein, daß dieses Porträt von William Byrd auch deswegen so überzeugend ist, weil sich gewissermaßen ein Dialog von Altmeister zu Altmeister einstellt, unterstützt von der sublimen Klanglichkeit einer perfekt gelungenen Kopie eine Instruments aus der Zeit von William Byrd.

Detmar Huchting [23.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Byrd Pavan (16a)
2 Galliard (16b)
3 Clarifica me, Pater (49)
4 Qui Passe (19)
5 Alman (89)
6 Pavan (14a)
7 Galliard (14b)
8 La Volta
9 Pavan (23a)
10 Galliard (23b)
11 Ut re mi fa sol la (64)
12 Ground (43)
13 Rowland (7)
14 Fantasia a-Moll

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gustav Leonhardt Cembalo
 
073;3760014190735

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