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CD-Besprechung

Ch.V. Stanford

Hyperion 1 CD CDA67434

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 24.05.05

Hyperion CDA67434

1 CD • 68min • 2003

Nach dem Hören dieser CD mit Ersteinspielungen der ersten beiden Streichquartette von Charles Villiers Stanford aus dem Jahr 1891 kann man gut verstehen, warum sich noch sein Meisterschüler Ralph Vaughan Williams von dem damals in England offenbar allgegenwärtigen Vorbild Johannes Brahms geradezu losringen mußte. Allerdings ist selbst Vaughan Williams’ in dieser Hinsicht epigonalstes Werk – das Quintett D-Dur für Klarinette, Horn, Violine, Cello und Klavier von 1898 (Nash Ensemble, Hyperion CDA 67382) – doch erheblich eigenständiger und auch aufregender als diese beiden zusammenhängend konzipierten Streichquartette von Stanford. Zwar ist, wie Beiheft-Autor Jeremy Dibble zu Recht bemerkt, die Handschrift von Stanford insbesondere hinsichtlich der Strukturen weitaus leichter und transparenter als die von Brahms, doch leider gilt dies auch für die thematische Erfindung, die insbesondere die Sonatenstrukturen der Ecksätze nicht so recht zu tragen vermag. Stanford lotet zwar die Möglichkeiten des Streichquartetts weitgehend aus, auch ist seine Musik ansprechend und gekonnt geschrieben, aber man bekommt eigentlich keine Brüche und Tiefen zu hören. So ist diese CD keine längst überfällige Ehrenrettung geworden, auch wenn es ohne Zweifel lohnend und interessant ist, diese Werke endlich einmal hörend erleben zu dürfen.

Das RTÉ Vanbrugh Quartet, immerhin seit 17 Jahren eine führende Größe im irischen Musikleben, setzt sich mit untadeligem Können und Hingabe ein, aber die Werke bleiben trotzdem recht monochrom – was auch an dem doch sehr pauschal durchgebildeten Einheitsvibrato und einer gewissen Farbarmut des Primgeigers liegt. Von ganz anderem Zuschnitt ist die sehr späte, möglicherweise nie zuvor aufgeführte Fantasie a-Moll für Streichquartett mit Horn aus dem Jahr 1922, die packend, geradezu sinfonisch wirkt. Leider ist der Hornpart recht undankbar, da Stanford allzusehr darum bemüht ist, das Blasinstrument in den Quartettsatz zu integrieren, dem Horn also eine gleichberechtigte Stimme zuweist und ihm selten die Führung zukommen läßt, obwohl es aufgrund seiner Farbe doch immer wieder herausstechen muß. Auch hier war Vaughan Williams gut beraten, in seinem oben erwähnten Quintett dem Horn eine Klarinette beizugeben, wodurch sich die beiden Instrumente die Lagen Alt und Tenor in immer neuen Satzformen teilen können. So hat Stephen Stirling hier leider nicht viel Gelegenheit, zu zeigen, was für ein vorzüglicher Hornist er ist.

Dr. Benjamin G. Cohrs [24.05.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Ch.V. Stanford Streichquartett Nr. 1 G-Dur op. 44
2 Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 45
3 Fantasie für Hornquintett a-Moll

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Vanbrugh Quartet Streichquartett
Stephen Stirling Horn
 
CDA67434;0034571174341

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